Rumänischer Autoarbeiter spricht über denwilden Streik im Ford-Werk von Craiova

Rumänischer Autoarbeiter spricht mit WSWS über wilden Streik im Ford-Werk von Craiova

Von Eric London
30. Dezember 2017

Letzte Woche Donnerstag traten 1.000 Autoarbeiter im Ford-Werk der südrumänischen Stadt Craiova, knapp 200 Kilometer westlich von Bukarest, in einen wilden Streik. Am Tag zuvor hatte die Gewerkschaft einem faulen Kompromiss mit dem amerikanischen Autokonzern zugestimmt.

Der Deal zwischen Ford und der Gewerkschaft beinhaltet eine geringe Lohnerhöhung, die völlig unzureichend ist, um die gestiegenen Ausgaben der Arbeiter auszugleichen. Die sozialdemokratische Regierung hat vor kurzem eine Steuererhöhung beschlossen, die am 1. Januar in Kraft tritt und Arbeiter dazu zwingt, die vollen Kosten der Sozialversicherung zu tragen. Bisher wurden diese Kosten zwischen Arbeitern und Unternehmen geteilt. Unterm Strich entspricht die Neuregelung einer Lohnkürzung um mindestens 22 Prozent. Neu eingestellte Ford-Arbeiter erhalten nur mickrige 300 Euro im Monat.

Die Beschäftigten begannen ihren Arbeitskampf, indem sie sich Tücher um die Arme banden – als Zeichen des Protests gegen die geheime Absprache zwischen dem Konzern und der Gewerkschaft „Sindicatul Ford Automobile Craiova“. Als die Rufe nach einem Streik lauter wurden, weigerten sich die Arbeiter, nach der Mittagspause zurück an die Arbeit zu gehen und verließen das Werk. Ihr Protest richtete sich gegen die Gewerkschaftsführer. Rufe wie „Diebe, das ist Sklaverei“, „Tretet zurück“ und „Streik!“ waren zu hören.

Die Arbeiter versammeln sich, nachdem sie das Werk verlassen haben.

Die Arbeiter zwangen die erst kürzlich gewählte Gewerkschaftsführerin Maria Manea zum Rücktritt, als sich herausstellte, dass sie mit dem Konzern zusammengearbeitet hatte. Die Beschäftigten sind inzwischen an die Arbeit zurückgekehrt, doch die Situation bleibt angespannt. Ab dem 31. Dezember, an dem ihr bisheriger Vertrag ausläuft, soll es weitere Kampfmaßnahmen geben, auf die sich die Arbeiter derzeit vorbereiten.

Ford erhielt das Werk im Jahr 2008 von der rumänischen Regierung. Zuvor gehörte es dem koreanischen Autokonzern Daewoo. Im vergangenen Oktober hatte Ford angekündigt, dass im Werk das SUV-Modell Eco Sport gebaut und von dort nach Deutschland, Großbritannien, in andere europäische Länder und nach Nordamerika exportiert werden soll. Der Streik in Craiova ist Teil einer Reihe von Arbeitskämpfen gegen Niedriglöhne und extreme Ausbeutung in osteuropäischen Autowerken. In diesem Jahr hatten bereits VW-Arbeiter in der Slowakei und Fiat-Arbeiter in Serbien gestreikt.

Ein rumänischer Ford-Arbeiter, der sich letzte Woche am Streik beteiligt und das WSWS-Video über den Arbeitskampf gesehen hatte, sprach mit unserem Reporter über die Strategie der Arbeiter i…….

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/30/roma-d30.html