Krysmanski : über globale und nationale Macht- und Funktionseliten

„Über die Identität der Gläubiger des Schuldners Staat wird nie gesprochen“

Reinhard Jellen 30.12.2009

Gespräch mit dem Soziologen Hans Jürgen Krysmanski über globale und nationale Macht- und Funktionseliten. Teil 2

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[local] Teil 1: Wer die Fäden zieht


Wie schätzen Sie die Macht des Militär bei der Einflussnahme durch die Eliten ein? Spielen hier Geheimorganisationen wie [local] Gladio eine Rolle? Welche Rolle spielen dabei scheinbar so weit getrennte Institutionen wie Geheimdienste und Kultur?

Hans Jürgen Krysmanski: In allen Ländern Europas steckten dem Militär noch lange Zeit die Schrecken des Zweiten Weltkriegs in den Knochen. Die unbelehrbare Kriegerkaste musste in Winkeln und Geheimorganisationen wie Gladio auf „bessere“ Zeiten warten. Erst jetzt, und die Kundus-Affaire ist dafür ein Beispiel, fallen die Hemmungen der Militärapparate (samt Rüstungswirtschaft) und sie verlangen nach mehr Partizipation an der politischen Macht. In den USA war das anders. Zum Konzept einer Pax Americana gehörten auch Militärapparat und Kriegswirtschaft. Dort war das Militär, bestärkt durch den Weltkriegssieg und beschleunigt durch den Koreakrieg, nach 1945 fast selbstverständlicher Teil der Machtelite geworden. Der amerikanische Soziologe [extern] C. Wright Mills hat das schon 1956 in seinem noch heute lesenswerten Buch „The Power Elite“ ausführlich beschrieben. Auch die Warnung Dwight D. Eisenhowers am Ende seiner Präsidentschaft vor einem Militär-Industrie-Komplex und die Protestbewegungen gegen einen „Pentagon Kapitalismus“ in den Sechzigern und Siebzigern fanden ja nicht in einem luftleeren Raum statt. Generäle und Rüstungsindustrie stellen bis heute und sogar in wachsendem Maße ein Machtzentrum dar, dem sich die amerikanische Politik nicht entziehen kann…………………

 

Telepolis

Immer nur mit Krimnellen, seit 60 Jahren. die Methoden sind immer gleich, was unter Demokratie verkauft wird. Hier die korea story in Kurz Form

siehe Politikforen

http://www.srebrenica.nl/Pages/OOR/23/379.bGFuZz1OTA.html

UN-General Lewis MecKenzie sah das ähnlich und sagte:
„Als die bosnischen muslimischen Kämpfer besser ausgerüstet und trainiert waren, begannen sie außerhalb Srebrenicas zu operieren, sie brannten serbische Dörfer nieder, töteten deren Bewohner und zogen sich dann schnellsten wieder zurück in die Sicherheit, die ihnen der sichere Hafen der UN bot.
Diese Angriffe erreichten ein Crescendo (Höhepunkt) im Jahr 1994 und zogen sich hin bis ins Frühjahr 1995, nachdem die kanadische Infanterie, die dort drei Jahre lang stationiert gewesen war durch ein größeres holländisches Kontingent ersetzt wurde.
Die bosnischen Serben mögen zwar die schwereren Waffen gehabt haben, aber die bosnischen Muslime machten dies durch ihre Infanteriekünste wett, die man in dem felsigen Gebiet rund um Srebrenica so sehr benötigte.“
(The Globe and Mail, 14. Juli 2005)

Auch MecKenzie schien mit solchen Statements nicht die gewünschte Linie vertreten zu haben, denn gegen ihn startete man später eine Verleumdungskampagne und behauptete, er sei von der serbischen Lobby in den USA mit 15.000 $ geschmiert worden. Unabhängig davon, ob das stimmt oder erfunden wurde (ich persönlich halte letzteres für wahrscheinlicher):
Er kann mit seiner Einschätzung nicht soweit daneben gelegen haben. Denn selbst der damalige Oberbefehlshaber der ArmijaBIH, General Sefer Halilovic, räumte am 05. April 2001 im Prozess gegen Radislav Krstic in Den Haag ein, dass es „in jenen Tagen eine große Zahl von Befehlen für Sabotageoperationen von den Sicherheitszonen aus“ gab.

http://www.icty.org/x/cases/krstic/trans/en/010405it.htm

Damit dürfte sich auch die Ausrede erledigt haben, Oric habe an der Führung in Sarajevo vorbeiagiert, welche auf diese Überfälle keinen Einfluss hatte.

Dass die Verantwortlichen auf diese Weise eine serbische Reaktion provozieren wollten bzw. die spätere Einnahme Srebrenicas durch die Serben billigend in Kauf nahmen, bestätigte auch der SDA-Funktionär Ibran Mustafic indirekt in seiner Einschätzung, die er nach Kriegsende machte (weiter unten in Gänze zitiert):
„….Wenn ich den Befehl erhalten hätte, die serbische Armee aus der demilitarisierten Zone heraus anzugreifen, hätte ich den Befehl bedenkenlos verweigert, und ich hätte von der Person, die den Befehl erteilt hat, verlangt, dass diese ihre Familie nach Srebrenica bringen soll und dann hätte ich ihr ein Gewehr in die Hand gedrückt, damit diese Angriffe aus der demilitarisierten Zone heraus durchführen kann. Ich wusste, dass es verächtlich war, denn diese eiskalt kalkulierten Maßnahmen haben mein Volk in eine Katastrophe gestürzt. Die Befehle kamen aus Sarajevo und Kakanj.“ (Slobodna Bosna, 17.06.96)

Eine gern genommene Ausrede ist die, dass man die serbischen Dörfer überfallen musste, um an Vorräte zu gelange, mit denen die Menschen in der Enklave versorgt werden sollten. Das ist jedoch in Anbetracht der UN-Hilfslieferungen, die in Massen nach Srebrenica gekarrt wurden, absurd. (Diese dürften in Anbetracht der u.g. Volkszählung sogar eher zu hoch ausgefallen sein)

Diese Hilfslieferungen durften von serbischer Seite übrigens nicht überprüft werden. Wenn die Serben doch mal schauen wollten, ob Waffen auf diese Weise illegal in die „UN-Sicherheitszone“ geschmuggelt wurden, wurden sie gehindert und man warf ihnen vor, „humanitäre Hilfslieferungen zu behindern“.
Dass solche Befürchtungen serbischer Seits nicht an den Haaren herbeigezogen waren, beweist das Buch „Wie der Dschihad nach Europa kam“ von Jürgen Elsässer, in dem er nachweist, dass die Moslems im Bosnienkrieg logistische Unterstützung aus dem (westlichen + islamischen) Ausland erhielten; und zwar sowohl illegale Waffenlieferungen als auch tausende nach Bosnien geschleuste Mudschaheddin-Kämpfer.

Die gleichen Schlüsse zieht auch der vom Niederländischen Institut für Kriegsdokumentation (Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie, kurz „NIOD“) erarbeiteten Srebrenica-Bericht (auch bekannt als „NIOD-Report“) – mit 3.496 Seiten und über 900 befragten Zeugen die bislang umfassendste Analyse zu Srebrenica. Den gibt es hier auf Englisch:

http://www.srebrenica.nl/Pages/OOR/23/379.bGFuZz1OTA.html