Hillary Clinton kommt in Sachen Honduras aus der Deckung

Alles Lüge, man geht über Leichen! erneut die FDP dabei mit Graf Lambsdorf

26. Juli 2009

Hillary Clinton kommt in Sachen Honduras aus der Deckung

von @ 15:55. abgelegt unter Außenpolitik, USA, Rechtsextremismus, Honduras

Der Putsch in Honduras läuft für die Putschisten nicht so gut wie von den USA geplant. Die von der faschistischen Katholikenkirche und von der deutschen FDP getragene Propaganda hat es nicht vermocht, die Militärdiktatur weißzuwaschen und der ins Ausland deportierte Präsident Manuel Zelaya unternimmt auch einen Monat nach dem Putsch hartnäckige Versuche zur Rückkehr, die ständig neue Proteste in Honduras beflügeln.

Wo selbst die aus früheren Zeiten der Militärjunta reaktivierte Methode des Einsatzes von Todesschwadronen die Proteste nicht zum Verstummen bringt und Steckbriefe der Putschisten in einer honduranischen Zeitung veröffentlicht wurden, sah sich Hillary Clinton nun gezwungen, von ihrer bisherigen Linie der nicht-offiziellen Unterstützung der Putschisten bei gleichzeitig öffentlich vorgetragener leichter Distanz abzurücken und Farbe zu bekennen. Die Versuche des honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya, in sein Land Honduras zurückzukehren, seien reckless, also rücksichtslos, erklärte die Außenministerin des Mafia-Staates USA nun. Ihr Berater Kevin Casas-Zamora erklärte zu den Zielen des US-amerikanischen Engagements in Honduras, Manuel Zelaya dürfe nur als Pro-Forma-Präsident nach Honduras zurückkehren, wenn er sich mit seiner dauerhaften tatsächlichen Entmachtung einverstanden erkläre, Pläne zum Abhalten von Volksbefragungen aufgebe, auf Distanz zu Hugo Chavez gehe und sich mit einer vollständigen Amnestie für die Verbrechen der Putschisten einverstanden erkläre.

Damit hat sich das bewährte reputationsschonende Konzept der plaubsiblen Abstreitbarkeit für die USA wohl erledigt. Das Terrorregime von Barack Obama hat Clintons Finger bis zu den Ellenbogen hinauf im Putsch von Honduras drinstecken und darf sich die derzeitigen Untaten des blutigen Militärregimes dort genauso auf seine Fahne schreiben wie die deutsche Bürgerkriegspartei FDP und die katholische Kirche.

Gegen die Unterstützung der honduranischen Militärdiktatur durch die Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP gibt es jetzt übrigens auch eine Petition, die schon von einigen Bundestagsabgeordneten unterzeichnet wurde.

 

E-Mails enthüllen Rolle der USA und insbesondere von Hillary Clinton bei Putsch 2009 in Honduras


Mehrere E-Mail-Nachrichten der ehemaligen US-Außenministerin und heutigen Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei, Hillary Clinton, haben neue Details über die Rolle der USA bei dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya in Honduras enthüllt. Die von „The Intercept“ ausgewerteten Nachrichten sind Teil von 55.000 Seiten E-Mails, die Clinton unlängst an das Außenministerium weitergeleitet hatte.

Lanny Davis und Hillary Clinton. Er sollte für Clinton den Kontakt zum Putschregime herstellen

Lanny Davis und Hillary Clinton. Er sollte für Clinton den Kontakt zum Putschregime herstellen

Der Übermittlung vorausgegangen war ein Skandal um dem Umstand, dass Clinton während ihrer Amtszeit als Außenministerin regelwidrig ein privates E-Mail-Konto genutzt hat. Nach US-Recht haben alle Bürger das Recht, über das Informationsfreiheitsgesetz Einblick in die Regierungskommunikation zu bekommen, deswegen mussten die Nachrichten nachträglich an die Regierung übermittelt werden.

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Aus den nun veröffentlichten E-Mails geht hervor, dass die US-Regierung nach dem Staatsstreich am 28. Juni 2009 Wege gesucht hat, den linksliberalen Zelaya von einer Rückkehr an die Macht abzuhalten, ohne den Staatsstreich offen gutzuheißen. Grund dafür war, dass er als Gefahr für US-amerikanische Interessen in der Region gesehen wurde. Clinton schlug in diesem Zusammenhang ihren Vertrauten Lanny Davis als Kontaktperson zu dem rechten honduranischen Politiker Roberto Micheletti vor. Davis arbeitete zu dieser Zeit als Berater für eine Gruppe von Unternehmern, die den Sturz Zelayas unterstützt hatten. Micheletti war nach dem Putsch gegen Zelaya als Interimspräsident eingesetzt worden.

In einer E-Mail über ein mögliches Treffen zwischen Davis und Vertretern des US-Außenministeriums fragte Hillary Clinton: „Kannst Du mir helfen, mit Micheletti zu sprechen?“

Nach Angaben von „The Intercept“ war Davis während der Sexaffäre um die Praktikantin im Weißen Haus, Monica Lewinsky, als PR-Berater für den damaligen US-Präsidenten William „Bill“ Clinton im politischen Washington aufgestiegen. Seither arbeitete er als eine Art Kommunikationsberater in Notfällen für eine Vielzahl von Kunden von Unternehmen bis hin zu afrikanischen Diktatoren. Die Liste seiner Klienten hat wiederholt für Kritik gesorgt.

Die nun veröffentlichte Anfrage von Hillary Clinton an Davis trägt das Datum des 22. Oktobers 2009. Zu diesem Zeitpunkt war das De-facto-Regime im Honduras durch Demonstrationen und diplomatischen Druck aus Lateinamerika in starker Bedrängnis.

http://www.rtdeutsch.com/26108/international/e-mails-enthuellen-rolle-der-usa-und-insbesondere-von-hillary-clinton-bei-putsch-2009-in-honduras/