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Vom Lockerbie-Betrug zum 11. September
Vom Lockerbie-Betrug zum 11. September
Viktor Farkas
Dass »offizielle Lesarten« zu Attentaten (sowie die daraus resultierenden Folgemaßnahmen) eisern aufrecht erhalten werden, auch wenn sie mehr als wackelig sind, beweisen nicht erst die seit dem 11. September 2001 jährlichen, ausschließlich der offiziellen Version huldigenden Ge- und Bedenkdokumentationen.
Rechercheuren zufolge kann Libyens Gaddafi wahrscheinlich ebenso ein Lied davon singen, wie Flugpassagiere, die seit den mehr als zweifelhaften, »gerade noch verhinderten« Londoner Attentaten mit Flüssigsprengstoffen Rasierwasser etc. in Kunststoffsäcke umpacken müssen.

Nun soll man in einer TV-Sendung, in alternativen Medien in Deutschland und in einem schottischen Blatt weithin ignorierte Erkenntnisse über ein Attentat erfahren haben, das untrennbar mit dem Mann in Verbindung gebracht wird, der viele Jahre lang als »Pate des Terrors« am Pranger gestanden ist.
Am 21. Dezember 1988 war der Jumbo-Jet des Pan-American-Fluges 103 über dem kleinen schottischen Ort Lockerbie abgestürzt. Dabei hatte er 259 Menschen im Flieger und elf Bewohner von Lockerbie in den Tod gerissen. Bereits kurz nach dem Unglück behaupteten die untersuchenden britischen und US- Behörden, der Absturz sei zweifelsfrei durch eine Bombenexplosion an Bord verursacht worden. Ungewöhnlich war, dass sich keine der »üblichen verdächtigen« Organisationen zu diesem Attentat bekannte.
Zu jener Zeit musste Libyens Revolutionsführer Muammar Abu Minyar al-Gaddafi als neuer Hauptbösewicht im Nahen Osten herhalten. Der im eigenen Land recht beliebte Oberst verfolgte nicht nur eine von Westen unabhängige Politik, sondern er saß auch auf einigen der größten Ölquellen im ganzen arabischen Raum. Also war der Westen daran interessiert, mit Versprechungen, aber auch mit anderen Mitteln Einfluss in Libyen zu gewinnen. 1986 gab es sogar einen US-Bombenangriff, dem 37 Personen zum Opfer gefallen sein sollen, darunter eine Adoptivtochter von Gaddafi. Er selbst kam unbeschadet davon.
Vor diesem Hintergrund hätte man das Ganze von Anfang an betrachten sollen, meinen die Zweifler an der Version, Libyen (»der größte Exporteur des Terrors«) stecke hinter dem Absturz. Wie kam es nun zu dieser offiziellen Version?
Indizienbeweise
Einige Monate nach dem Absturz wurde angeblich in einem Wald abseits von Lockerbie ein kleines Stück eines Elektronikteils gefunden. Es stamme, so hieß es, aus einem Zeitzündermechanismus, der von einer Schweizer Firma exklusiv an Libyen und die DDR-Stasi geliefert worden wäre.

Daraufhin begann man systematisch Libyen bzw. den libyschen Geheimdienst zu beschuldigen, die Bombe im Flugzeug angebracht zu haben. Zwar bestritt Gaddafi dies immer, aber dem Druck der unaufhörlich wiederholten Vorwürfe aus den USA und Großbritannien und dem gehorsamen Nachbeten in so gut wie allen westlichen Mainstream-Medien war er nicht gewachsen. Schließlich erklärte sich Gaddafi mit einem Prozess gegen den libyschen Geheimdienstmann Abdelbaset Ali Mohmed al-Megrahi einverstanden, der im Mai 2000 im niederländischen Kamp van Zeist begann und im Februar 2001 trotz mangelhafter Beweislage mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft für den Beschuldigten endete. Ausschlaggebend für den Schulspruch soll der Umstand gewesen sein, dass der Angeklagte das erwähnte Schweizer Unternehmen häufig besucht hatte und sogar am Sitz der Firma sein eigenes Büro besaß.
Schon zur Zeit der Zeit der Verurteilung wurden einige wenige Stimmen laut, denen lebenslanger Knast aufgrund eines winzigen Stücks Elektronik und häufiger Geschäftsreisen mehr als suspekt waren. Die meisten Mainstream-Medien hingegen äußerten keinen Zweifel.
Aufgrund der schwachen Beweislage und neuer Entwicklungen gingen Megrahis Anwälte 2003 bei einem schottischen Gericht in die Revision. In der Zwischenzeit hatte nämlich ein ehemaliger CIA-Agent nach seiner Pensionierung erklärt, die Beweisführung gegen den Libyer sei vom CIA getürkt worden. Ferner hatte sich herausgestellt, dass der vom FBI entsandte »Spezialist«, der die Authentizität des Elektronik-Stückchens bezeugt hatte, alles andere als ein Experte auf diesem Gebiet war. Darüber hinaus war er schon früher in den USA wegen Falschaussage verurteilt worden. Trotz dieser offenkundigen neuen Beweislage wurde die Revision vom Gericht abgelehnt – für viele eine noch krassere Fehlentscheidung als die ursprüngliche Verurteilung. Man vermutete, die großen westlichen Medien hätten dabei eine gewisse Rolle gespielt, da sie die Erklärung des ehemaligen CIA-Mannes als lächerliche Verschwörungstheorie abgetan hatten.
Eine gewichtige Gegenstimme
Weil er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne, noch länger zu schweigen, wandte sich ein ehemaliger hoher Polizist (Assistant Chief Constable oder noch höherer Rang) als weiterer Entlastungszeuge an die Anwälte des libyschen Agenten. Er gab die eidesstattliche Erklärung ab, das im Wald aufgefundene Elektronikteil wäre von der CIA dort platziert worden.
Die Anwälte erklärten, der Beamte habe sein Wissen nicht bereits während seiner aktiven Dienstzeit preisgegeben, weil er seine Vorgesetzten fürchtete und auch nicht als Verräter abgestempelt werden wollte. Zudem war er davon ausgegangen, dass ein Prozess sowieso nicht zustande käme. Als das doch geschah, hatte er nicht mit einer Verurteilung gerechnet. Als diese dann doch erfolgte, vertraute er auf eine erfolgreiche Revision. Erst als auch seine diesbezügliche Erwartung nicht eintrat, meldete er sich zu Wort. Wie kolportiert wird, versuchen unterschiedliche Gruppen seit geraumer Zeit, die Ungereimtheiten ans Licht und den Verurteilten aus dem Knast zu bringen – bislang aber ohne erkennbaren Erfolg.
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