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Archive für 31.8.2008

2008 der Touristische Flop für Montenegro

 

Bauboom in Montenegro

abgelegt im Archiv Osteuropa von Christoph Römer am 27.08.08

GEWALT IN DARFUR

“Es herrscht der blanke Überlebenskampf”

Von Alexander Schwabe

Blutige Gefechte in den Flüchtlingscamps, Attacken auf NGOs und Uno-Truppen: Die Lage in Darfur ist gegenwärtig so gefährlich, dass die Welthungerhilfe ihre Arbeit einstellen musste - und die internationale Schutztruppen können nur noch sich selbst schützen.

Berlin – Gefährlich wird es immer dann, wenn die Strecke unwegsam wird und die Lastwagen mit den Hilfsgütern nur langsam vorankommen. Der ideale Zeitpunkt für einen Angriff aus dem Hinterhalt.

DARFUR: ÜBERFÄLLE, KIDNAPPING UND GEMETZEL

 

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Plötzlich bauen sich Männer, die sich hinter ein paar Bäumen oder Felsen versteckt hielten, vor den Transportfahrzeugen auf, alle schwer bewaffnet. Sie zwingen den Konvoi zu stoppen. Die Fahrer und deren Begleiter müssen aussteigen und mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegen. Die Banditen machen sich mit den Lkw aus dem Staub, die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen lassen sie meist zurück, irgendwo in den öden Weiten Darfurs.

“Beim letzten Überfall war es noch bedrohlicher”, sagt Johan van der Kamp, Chef der Deutschen Welthungerhilfe im Sudan. “Weil die Hijacker die drei hochtechnisierten Lkw nicht fahren konnten, nahmen sie die Fahrer als Geiseln. Konstant haben sie ihre Waffen auf unsere Leute gerichtet. Wären die Lastwagen in dem weichen Untergrund stecken geblieben, hätten unsere Fahrer das nicht überlebt. Sie durchlebten die Hölle.” Nach 16 Stunden kamen die Entführten endlich frei. Nach einem Fußmarsch von einem Tag durch Hitze und Trockenheit erreichten sie Faschir, die Hauptstadt Nord-Darfurs.

Uno: “Gewalt hat in beängstigendem Ausmaß zugenommen”

Ein Vorfall von vielen in einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land. Es trifft die Deutsche Welthungerhilfe, es trifft viele andere Hilfsorganisationen – und es trifft die Unamid, jene Mischtruppe zusammengesetzt aus Uno-Blauhelmen und Einheiten der Afrikanischen Union (AU), die eigentlich den Frieden sichern soll. Die Uno ist zutiefst besorgt. In einem Bericht für den Sicherheitsrat hat Generalsekretär Ban Ki Moon vor wenigen Tagen Alarm geschlagen: “Im Juli hat die Gewalt in Darfur in einem extrem beängstigenden Ausmaß zugenommen.”

….

Vertreibungen, Luftangriffe, Massaker - und die internationale Gemeinschaft schaut willenlos zu

Doch auch die Lager sind keineswegs sicher. Die Stammesrivalitäten und die Konflikte zwischen den Rebellengruppen werden dort hineingetragen. Anfang der Woche entlud sich die Gewalt im Camp Kalma in Süd-Darfur. Das Flüchtlingslager bei Nyala ist eines der größten der Welt, rund 100.000 Menschen leben in ihm. Seit langem bekriegen sich in der riesigen Zelt- und Hüttenstadt die Fur, die Dadscho und die Zaghawa. Die Fur stehen auf Seiten Abd al-Wahid Mohammed al-Nur, des Führers der Sudan Liberation Army (SLA), die Zaghawa dagegen unterstützen Minni Minnawi, der eine Splittergruppe der SLA anführt.

Dieses Mal aber brach die Gewalt nicht unter den Bewohnern aus, sondern als Regierungssoldaten und -polizisten das Lager nach Waffen durchkämmen wollten und Augenzeugen zufolge wild in die Menge schossen. Nach Uno-Angaben wurden 30 Flüchtlinge im Alter zwischen 11 und 60 Jahren erschossen, darunter sieben Kinder, zehn Frauen und 13 Männer. 51 Personen wurden verletzt, darunter 17 Kinder und 19 Frauen. Georgette Gagnon, Afrika-Direktorin von Human Rights Watch, zeigte sich schockiert - “die Ermordung so vieler Zivilisten in Kalma ist erschütternd” - und verlangte eine Untersuchung des Massakers.

Doch wer soll die verfeindeten Gruppen in den Griff kriegen? Wer soll in der Lage sein, das Rauben und Morden von Rebellen und die Angriffe der Regierung auf die Bevölkerung einzudämmen in einer Region so groß wie Frankreich?

Vor vier Wochen hat der Weltsicherheitsrat das Mandat für die Friedensmission von Uno und AU in Darfur zwar um zwölf Monate verlängert, doch genau ein Jahr nachdem das Gremium beschlossen hatte, die zuvor entsandte Mission der Afrikanischen Union mit weiteren 12.500 Soldaten, 6400 Polizisten auf eine Truppe von insgesamt 26.000 Mann aufzustocken und mit einem härteren Mandat auszustatten, ist gerade mal ein Drittel der Truppe in Darfur stationiert.

In einer Resolution rief der Sicherheitsrat jetzt die Mitgliedstaaten zu mehr Unterstützung für die spärlich ausgerüstete Mission auf: Dringend benötigt würden “Hubschrauber, Luftaufklärung, Beförderungsmittel und Pionier-Einheiten”.

“Blauhelme sind fast nur mit sich selbst beschäftigt”

In Bans Bericht wird klar, dass die internationalen Truppen längst selbst das Ziel von Gewalt sind. Beim blutigsten Angriff seit Beginn der Mission wurden am 8. Juli in der Nähe von Shangil Tobaya sieben Blauhelme getötet und 22 weitere verletzt.

Auch der Kampf zwischen Rebelleneinheiten und Regierungstruppen tobt mit unverminderter Schärfe. Am 19. Juli ließ die Regierung von Präsident Umar al-Baschir am Dschebel Moon gelegene Dörfer bombardieren, drei Tage später kam es erneut zu Luftangriffen. Die Regierungsarmee flog auch Angriffe auf Ziele im Machtbereich der SLA, nur rund 40 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Faschir. Gleichzeitig griff die Armee mit Antonov-Maschinen im Umland von Nyala mutmaßliche Stellungen der SLA und der JEM (Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit) an.

Johan van der Kamp schüttelt angesichts der Wehrlosigkeit der internationalen Eingreiftruppe verständnislos den Kopf: “Die Unamid hat total unterschätzt, wie groß das Gebiet ist. Es ist unmöglich, diese Fläche zu kontrollieren. Die Blauhelme sind tagtäglich fast nur damit beschäftigt, ihre eigenen Lager gegen Angriffe zu sichern.”

Auf die Friedenstruppe kann van der Kamp nicht bauen. Allein personell und logistisch wäre die Unamid nicht in der Lage, die vielen Transporte seiner Organisation zu mehr als 100 Verteilungsstationen zu überwachen. Außerdem wird sie in der Region kaum respektiert, im Gegenteil: “Wer mit einer Uno-Eskorte unterwegs ist, wird selbst zur Zielscheibe”, sagt van der Kamp.

Der Mann von der Welthungerhilfe muss eigene Wege gehen, um seine Leute zu schützen und die Hilfslieferungen durchzubringen. “Wir brauchen die Zusage lokaler Kommandeure, dass sie wieder für Sicherheit sorgen. Sonst sehe ich schwarz.” Noch hat van der Kamp die Hoffnung nicht aufgegeben. Doch die Entwicklung in den vergangenen Monaten in Darfur gibt dieser Hoffnung nicht viel Nahrung.

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Berliner Lügen Geschichten über die tödlichen Afghanistan Einsätze

Polizeichef von Kunduz: Drogendeal bei tödlichen Schüssen im Spiel

AfghanistanDie Bundeswehr bestätigt angeblich die Erschiessung von Frauen und Kindern durch deutsche NATO-(ISAF)-Soldaten am Checkpoint in Kunduz, Afghanistan. Gleichzeitig wird von Drogen in einem der Autos berichtet.

Berlin, Kunduz: Es wird mal wieder gelogen, dass sich die Balken biegen. Fest steht offenbar nur, dass eine Frau und zwei Kinder in der Nähe eines Checkpoints der Bundeswehr in Afghanistan nahe Kunduz erschossen wurden. Darüber hinaus sagte heute der Polizeichef der Provinz Kunduz, Abdul Rahman Aktasch, gegenüber dem ARD-Studio Südasien, die deutschen Streitkräfte seien über Drogen in einem der beiden Autos, welche in den Vorfall am Checkpoint verwickelt waren, informiert gewesen.

Die Version des Polizei-Chefs von Kunduz gegenüber der ARD, veröffentlicht auf “tagesschau.de”, lautet so:

Zwei Autos hätten dem Checkpoint von Bundeswehrsoldaten und afghanischen Polizisten genähert. Eins der Autos habe nach Informationen des deutsch-geführten Regionalen Wiederaufbauteams - also nach Informationen der ISAF-Truppen der Bundeswehr - Drogen geladen.

Die Soldaten hätten versucht, dieses Auto anzuhalten. Der Wagen sei aber entkommen.

Dann hätte, so Aktasch, ein zweites Auto ebenfalls versucht wegzufahren. Die Soldaten hätten angenommen, dass auch in diesem Wagen Rauschgift transportiert worden sei. “Die Soldaten” hätten daraufhin die in diesem Auto befindliche Familie erschossen.

Welche Soldaten nun genau geschossen haben, das sagt Polizeichef Aktasch nicht.

Kurz nachdem diese Version der Ereignisse in der einzig relevanten Presse, der Internetpresse, erschien, veröffentlichte (natürlich) “SpOn” eine ganz andere Version der Dinge. Sie lag auf einer Linie mit den Aussagen von Peter Hahne während der “heute”-Sendung um 19.00 Uhr.

Sie bezieht sich auf eine Meldung des deutschen ISAF-Kommandos, was in Afghanistan bekanntermassen nur der Presse gegenüber was zu melden hat und sonst gar nichts, weil es nämlich macht was die NATO ihr sagt und das gern, so gern, so unglaublich gern, das kann man sich gar nicht vorstellen.

Also hier nun Version Nr.2, geäussert im “ZDF” und auf SpOn.

Radio-Utopie 

Tod am Checkpoint

Harald Neuber 30.08.2008

Deutsche Soldaten haben in Afghanistan eine Frau und zwei Kinder erschossen. Bekannt wurde der Fall durch ein Weblog

Seit Beginn der Besatzung Afghanistans sind wiederholt Zivilisten ins Visier der NATO-Truppen geraten. Nun wurden nach offiziellen Angaben erstmals deutsche Soldaten in einen [extern] Zwischenfall mit tödlichem Ausgang verwickelt. In der nördlichen Provinz Kundus haben Bundeswehrangehörige an einem Kontrollposten das Feuer auf zwei zivile Fahrzeuge eröffnet. Nach bisherigen Angaben sind dabei eine Frau und zwei Kinder getötet worden. Vor einer Woche erst waren im Westen des Landes bei einem US-Bombenangriff auf ein Dorf bis zu 100 Zivilisten umgekommen, darunter 50 Kinder. Nach den tödlichen Schüssen in Kundus droht die Stimmung nun auch im bislang ruhigen Norden zu kippen.

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Nach [extern] Angaben der Bundeswehr-Führung hatten sich die beiden Fahrzeuge einem Checkpoint genähert, der von der [extern] Afghanischen Nationalarmee (ANA) und der Bundeswehr errichtet worden war, nachdem es Hinweise auf einen Drogentransport gegeben haben soll.

 

TP 

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