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Archive für 27.5.2008

Morde und Verbrechen in Montenegro, welche nie aufgeklärt werden

  19.09.2007 | 18:38 | Von unserem Korrespondenten THOMAS ROSER (Die Presse)

Ein Staat als Familienbetrieb: Von der Unabhängigkeit, die Montenegro vor einem Jahr erklärt hat, profitieren bei weitem nicht alle Menschen.
(c) AP (Srdjan Ilic)

BUDVA. Das Land der schwarzen Berge ist angesagt. Alles, was im internationalen Jetset Rang und Namen hat, drängelt sich ein Jahr nach der Unabhängigkeit an Montenegros malerischer Küste. Die Rolling Stones gastierten im Sommer in Budva. Russlands Fußball-Oligarch Roman Abramowitsch kreuzte mit seiner Yacht vor der Küste. In Kotor machten sich die Schauspieler Catherine Zeta-Jones und Michael Douglas zur Immobilien-Hatz auf. In den Küstenorten drängen sich mittlerweile mehr Maklerbüros als Lebensmittel-Geschäfte. Die Preise sind auf das Niveau der Cote d’Azur geklettert.

Die Presse

Im Wandel der Dukanovic Mafia: Montenegro
Die einst profitablen Betriebe wurden in den 90er Jahren von ihren Direktoren „systematisch ausgeplündert“, so Norbert Mappes-Niedek, der als Publizist seit über zehn Jahren die Entwicklung in Jugoslawien verfolgt und kriminelle Strukturen in seinem Buch „Die Balkan-Mafia“ beschreibt. Politiker oder die Direktoren gründeten Im- und Exportfirmen mit Sitz zum Beispiel in Zypern, um den damaligen Handelsbeschränkungen des Westens zu entgehen. Die Ware wurde zunächst billig an die Privatfirma verkauft, die dann den Exportgewinn einstrich. Über Kredite verschuldeten sich die Staatsbetriebe schließlich gar bei den Im- und Exportfirmen: So wurde auch das Unternehmen Vektra umso reicher, je ärmer das Alu-Werk KAP wurde, bis man es schließlich billig an russische Investoren verkaufen musste. Der Eigentümer von Vektra gilt als persönlicher Freund von Milo Djukanovic, Ex-Premierminister und Architekt der Unabhängigkeit.

In Podgorica bestimmen vor allem familiäre Bindung oder Freundschaften finanziellen Erfolg. „Ähnlich wie in Sizilien hat es der Staat nicht geschafft, die persönlichen Beziehungen zu ersetzen“, sagt der Kenner Mappes-Niedek.
…………………….

Rund 1200 Serben, Albaner und Roma leben in Konik, erzählt er. Konflikte unter den Ethnien gebe es keine. Die Häuser sind illegal und können jederzeit abgerissen werden, Elektrizität zweigen die Bewohner von den städtischen Stromleitungen ab. Arbeiten, sagt Baskim, dürften sie offiziell nicht, stattdessen verdingen sie sich als Schrotthändler oder Tagelöhner.
Tages Spiegel

01.09.2005

Ranghoher Polizeibeamter in Montenegro ermordet

 

Fahndung läuft auf Hochtouren

Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Fahndung läuft auf Hochtouren

 

In der Nacht zum 30. August ist der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei in Podgorica erschossen worden. Er leitete die Ermittlungen in mehreren Mordfällen. Sein Tod ist kein Einzelfall.

Der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei und Leiter der Abteilung allgemeine Kriminalität beim montenegrinischen Innenministerium, Slavoljub Scekic, ist aus dem Hinterhalt vor seiner Haustür in der Siedlung Tolosi in Podgorica erschossen worden. Dies bestätigte die montenegrinische Polizei. Die Polizei teilte mit, auf ihn sei aus dem Hof des Nachbarhauses geschossen worden. Sie ging indes nicht darauf ein, ob es bereits Tatverdächtige gebe. In den Medien hieß es, dass während der intensiven Ermittlungen, die noch in der Nacht zum 30. August eingeleitet wurden, mehr als 20 Personen festgenommen und auf Schmauchspuren untersucht worden seien, um herauszufinden, ob einer von ihnen geschossen habe.

Ermittlungen in vollem Gang

Der Leiter der Kriminalpolizei in Montenegro, Sreten Radonjic, teilte in einer kurzen Presseerklärung mit, das Innenministerium setze das gesamte zur Verfügung stehende Personal für die Ermittlungen im Mordfall Scekic ein. Die Ermittlungen erstreckten sich auf ganz Montenegro. Der ermordete Scekic galt als ausgenommen rechtschaffener Polizist. Er ermittelte in den schwierigsten Fällen von Kapitalverbrechen in Montenegro. So arbeitete er in dem Team, das in den beiden Mordfällen an den hohen Polizeibeamten Goran Zugic und Darko Beli Rapopovic sowie im Attentat gegen den Chefredakteur der Zeitung Dan, Dusko Jovanovic, ermittelte.

Opposition: Kriminalität demonstriert Macht

Der regierenden montenegrinischen Demokratischen Partei der Sozialisten zufolge dürfen die Täter nicht ungestraft davon kommen. Der Pressesprecher der Partei, Predrag Sekulic, erklärte, dass die staatlichen Organe effizient an der Aufklärung dieses Mordes arbeiteten und in Kürze bekannt wäre, wer Scekic ermordet habe. “Dieses Verbrechen darf nicht ungestraft bleiben”, sagte Sekulic.

Nach Einschätzung von Vertretern der Opposition demonstriert der Mord jedoch die Macht der Kriminalität in Montenegro. Falls die Täter und Auftraggeber nicht gefunden würden, trage die montenegrinische Regierung die Verantwortung für dieses Verbrechen, hieß es in Podgorica. Ein hoher Funktionär der oppositionellen montenegrinischen Volkspartei, Budimir Dubak, erklärte: “Dies ist eine sehr ernste Angelegenheit. Und ich fürchte, solche rohen und brutalen Morde zeigen, dass das Verbrechen sehr mächtig ist, zum Handeln ermutigt wird und Montenegro noch sehr weit davon entfernt ist, ein sicheres und rechtsstaatliches Land zu sein”, so Dubak.

Mehrere ungeklärte Mordfälle

Der Mord an Scekic ist das dritte Attentat auf hohe Polizeibeamte in Montenegro in fünf Jahren. Vor dem Eingang zu seinem Haus in Podgorica ist im Mai 2000 der Sicherheitsberater des montenegrinischen Präsidenten, Goran Zugic, mit Schüssen aus einem Maschinengewehr ermordet worden. Ebenfalls mit einem Maschinengewehr ist im Zentrum von Podgorica im Januar 2001 Darko Beli Raspopovic, ein hoher Beamter des Staatssicherheitsdienstes beim montenegrinischen Innenministerium, erschossen worden. Diese Mordfälle sind bis heute nicht aufgeklärt.

 

Vesna Rajkovic, Podgorica
DW-RADIO/Serbisch, 30.8.2005, Fokus Ost-Südost

Smuggling charges could land Djukanovic in Italian court

27/06/2007

The former Montenegrin leader, who succeeded in his drive to win independence from Serbia, now faces what may be his biggest challenge so far.

By Nedjeljko Rudovic for Southeast European Times in Podgorica –27/06/07
Former Montenegrin Prime Minister Milo Djukanovic [Getty Images]

Former Montenegrin leader Milo Djukanovic has been dogged for years by rumoured involvement in cigarette smuggling. Now two prosecutors in the Italian town of Bari — Eugenia Pontassuglia and Giuseppe Scelzi — say they have finished their investigation and will file charges against Djukanovic and a dozen others.
Setimes
On Friday (June 22nd), the Italian news agency ANSA reported that former Finance Minister Miroslav Ivanisevic and Dusanka Pesic-Jeknic, Montenegro’s former trade representative in Italy, may also be charged.

The accused may also include Djukanovic associates Branko Vujosevic and Veselin Barovic, as well as Branislav Brano Micunovic, described as a regional mob boss.
Other individuals accused by the prosecutors include Montenegro’s former finance minister and deputy prime minister, Miroslav Ivanisevic, the former Montenegrin trade representative in Italy, Dusanka Pesic-Jeknic, businessmen Branko Vujosevic and Veselin Barovic and Branislav “Brano” Micunovic who the Italian prosecutors name as one of the main mafia bosses from former Yugoslavia.

The investigation also named Stanko “Cane” Subotic, a Serbian businessman, recently charged in Serbia with illicit cigarette smuggling, as the man in charge of the money-laundering operation.

http://www.birn.eu.com/en/89/10/3413/

 BF.org

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