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CIA: Illegale Razzien in der Schweiz

CIA: Illegale Razzien in der Schweiz
Von Henry Habegger | 14:37 | 23.05.2008

BERN – Illegal soll ein halbes Dutzend CIA-Agenten stundenlang eine Privatwohnung in der Schweiz durchsucht haben. Doch der Bundesrat deckte die Amerikaner. Indem er Akten in einem Atomschmuggel-Verfahren vernichten liess.

Der US-Geheimdienst CIA gehört traditionell zu den befreundeten Diensten der Schweizer Schlapphüte. Dem grossen, einflussreichen Bruder aus Übersee lässt man hierzulande einiges durch. So offenbar auch im Atomschmuggelfall um den Pakistani Abdul Qader Khan, in den Mitglieder der Schweizer Ingenieursfamilie Tinner verwickelt sind.

Wohl rund vier Jahre ist es her, als ein halbes Dutzend CIA-Agenten gemäss BLICK-Informationen im Alleingang in der Schweizer Wohnung eines Mitglieds der Familie Tinner zuschlug. Ohne behördliche Genehmigung, ohne Durchsuchungsbewilligung. Die Amerikaner behändigten und kopierten kistenweise Dokumente, sie fertigten stundenlang Kopien der Daten an, die auf PCs gespeichert waren. Angeblich waren nicht einmal die Schweizer Geheimdienste über die Aktion informiert.

Die Aktion war illegal. Gemäss Strafgesetzbuch sind das «verbotene Handlungen für einen fremden Staat», auf die Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren stehen.

Den amerikanischen «Freunden» wird allerdings kaum etwas passieren – dafür sorgte der Bundesrat selbst. Er liess Akten, die die CIA belasten, vernichten, wie BLICK im Februar 2008 enthüllte: In einem Geheimbeschluss ordnete die Landesregierung im November 2007 die Vernichtung von Beweisakten im Atomschmuggel-Verfahren gegen die Tinners an. Der Entscheid wurde auf Antrag das damaligen Justizministers Christoph Blocher (SVP) und auf Druck des US-Geheimdienstes CIA gefällt. Die Amerikaner haben einiges zu verstecken, weil die Tinners zuletzt auch als bezahlte CIA-Informanten arbeiteten.

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Blick.ch

Die Schweizer Familie Tinner: 10 Millionen für Nukleargeschäfte mit der CIA

Es gibt schon viele Geschichten, die sich um den “Vater der pakistanischen Atombombe” ,Abdul Qadeer Khan, und seinen Atomschmugglerring ranken. Seine dunklen Geschäfte mit der Weitergabe hochsensibler Informationen, die den Bau der A-Bombe ermöglichen sollen, an Länder, die diese Informationen nicht nur nach Ansicht der Weltpolizei (siehe Bush will Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verhindern oder Wie sicher sind Pakistans Atomwaffen?) besser nicht besitzen sollten, haben einerseits etwas B-Moviehaftes – wahrscheinlich kann kein Drehbuchautor damit eine Palme gewinnen -, andererseits werden sie und die daraus entstehenden Gefahren dem verrauchten Plot zum Trotz in der Realität sehr ernst genommen. So warnte ein renommierter amerikanischer Waffenexperte vor einigen Wochen davor, dass der Khan-Schmuggelring Baupläne für einen “recht schmalen, aber dennoch sehr wirkungsvollen Sprengkopf” weitervertrieben hätte.

“Dass der Iran Blaupausen sowie Gerät vom Khan-Network bekommen hat, steht außer Zweifel.”, schrieb Martin Ebbing Mitte Juni aus dem Iran, aber:

“Bis dato sind derartige Pläne nicht gefunden worden – was weder ein Beweis dafür ist, dass sich der Iran für die Tinner-Unterlagen interessiert hat, noch ein Grund zur Entwarnen. Bislang ist von der IAEA in den Händen des Irans nur eine mehrseitige handschriftliche Skizze eines nuklearen Sprengkopfes gefunden worden. Teheran behauptet, diese Papiere seien von den Khan-Leuten ungefragt mitgeliefert worden. Die Angelegenheit gehört zu den noch offenen Fragen, die die IAEA weiter untersucht.”

Die hier genannten “Tinner-Unterlagen”, aus deren Bestand die Blaupausen für den Bauplan stammen, sind Gegenstand eines längeren Artikels, der seit heute morgen in der New York Times zu lesen ist. Der Artikel, der auf Interviews mit fünf Quellen aus der Regierung Bush basiert, bereichert die Geschichten um den Khanschen Atomschmugglerring um ein paar interessante Wendungen. Im Mittelpunkt steht die Schweizer Ingenieursfamilie Tinner, Vater Friedrich Tinner und seine beiden Söhne Urs und Marco, die über langjährige (seit den 70erJahren) , sehr gute Verbindungen zu Abdul Qadeer Khan verfügte und daraus Kapital zu schlagen wusste - mit dem Verkauf von sensibler Technologie und Know-How auf dem nuklearen Schwarzmarkt.

Couchepins und CIAs Cauchemar

Im Mai dieses Jahres erklärte der Schweizer Präsident Pascal Couchepin, dass Daten und Unterlagen der Tinners (einschließlich gewisser Untersuchungsakten), die Informationen zur Technologie, die zum Bau von Atombomben nützlich sind, zerstört wurden, damit sie nicht in falsche Hände fallen können. Inwieweit die Tinner-Dokumente jedoch bereits als Kopien im Umlauf sind, ist allerdings unklar.

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http://www.heise.de/tp/blogs/8/114758 

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