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Archive für 4.11.2007

Zwangs Ehen, Ehrenmorde :: Bis dass der Zwang euch bindet

Bis dass der Zwang euch bindet
2007/24 Seite Versionen/Autoren

von Martin Beglinger

Er braucht etwas «Unverdorbenes», also eine aus der Heimat importierte Braut.
Bild: Benjamin Güdel

Sie soll froh sein, dass für sie der «Richtige» gefunden wurde.
Bild: Benjamin Güdel

Tausende von Bräuten aus dem Balkan, der Türkei und Sri Lanka werden jährlich in die Schweiz geholt. Da gibt es nichts zu feiern.

Bald ist wieder Saison. Sommer für Sommer fahren und fliegen Tausende von Migrantenfamilien aus der Schweiz für zwei oder drei Wochen in ihre Heimatländer, um dort Ferien zu machen. Und um Hochzeiten einzufädeln. Von der Heiratssaison 2002 in Bosnien kann zum Beispiel Lejla berichten, die in Wirklichkeit anders heisst, aber nie mit richtigem Namen an die Öffentlichkeit träte. Zu schwer wiegt für sie die Schmach.

Lejla, heute 23, sitzt in einem Hinterzimmer in der Nähe von Aarau und erzählt, wie sie im Juli 2002 Besuch aus der Schweiz erhielt. Ein bosnischer Vater, eine Mutter und deren Sohn standen an ihrer Haustür in Srebrenica. Fremde Leute, die Lejla noch nie zuvor gesehen hatte. Die junge Frau wusste einzig von ihrem eigenen Vater, dass sie diesen bosnischen Eltern aus der Schweiz bei einem früheren Besuch in Srebrenica auf der Strasse aufgefallen und offenbar als valable Ehefrau für ihren Sohn Mersad* taxiert worden war. Lejla war zwar etwas überrascht von diesem Interesse, denn sie war damals erst 18 und hatte eben Arbeit als Coiffeuse gefunden. Handkehrum war diese Art des Kennenlernens nichts Aussergewöhnliches im ländlichen Bosnien.

So unternahm Lejla mit Mersad, der ebenfalls erst 18 und im dritten Lehrjahr war, ein paar Spaziergänge. Ihr Vater hatte zwar erklärt, sie dürfe auch Nein zu einer eventuellen Heirat sagen, doch Mersad war ihr sympathisch und wurde es beim Telefonieren und Simsen in den nächsten sechs Monaten immer mehr. Lejla kannte viele junge Leute, die in den letzten Jahren Srebrenica verlassen hatten, jene Kleinstadt, die 1995 schreckliche Bekanntheit durch ein Massaker an mehr als 7000 Bosniaken erlangt hatte. Doch sie selber, Tochter eines Polizisten, hatte nie ans Auswandern gedacht, bis sie Mersad kennenlernte. Im Dezember 2002 wurde geheiratet, im Februar 2003 zog Lejla offiziell und ohne grössere Formalitäten in die Schweiz nach, denn ihr Mann hat die Niederlassungsbewilligung C und damit Rechtsanspruch auf Ehegattennachzug. Mersad wohnte bei seinen Eltern, die auch für alle Kosten des Nachzugs aufkamen, und es war nur selbstverständlich, dass seine Frau ebenfalls in die Viereinhalbzimmerwohnung der Schwiegereltern einzog.

Dort lernte Lejla aber bald Mersads andere Seite kennen. Nach ein paar Wochen war es vorbei mit der ersten Romantik. Er blieb nächtelang von zu Hause weg. Ihr Mann, so realisierte Lejla bald, hatte hier eine Freundin, eine Schweizer Freundin, und zwar seit Langem. Das wussten auch seine Eltern, denn dies war der Grund, warum sie in Bosnien auf die Suche nach einer Schwiegertochter gegangen waren. Die Braut aus der Heimat sollte ein Disziplinierungsmittel sein, um ihren Sohn wieder auf den Pfad der Tugend zu bringen. Eine Schweizer Schwiegertochter hingegen war undenkbar für diese Eltern, obwohl sie seit 25 Jahren in der Schweiz leben. Sie wollten eine «unverdorbene» Frau für ihren Sohn, eine, die spurt, nicht aufbegehrt, kurz: eine «anständige» Muslimin, und deshalb war für sie nur eine «uvozena nevjesta», eine importierte Braut aus der Heimat infrage gekommen.

Mersad wiederum hatte nur deshalb in die Heirat eingewilligt, um endlich Ruhe vor seinen drängenden Eltern zu haben – und um sich dann wieder seiner Schweizer Freundin widmen zu können. Alles Einreden auf ihn nützte nichts, er gab seine Schweizer Freundin nicht auf. So begannen die Eltern bald, die Schwiegertochter zu beschuldigen, dass sie ihren Sohn nicht genug liebe. Doch Lejla war bereits schwanger, und es war Mersad, der sie zur Abtreibung aufforderte, was wiederum die Schwiegereltern nicht wollten.

Als der Sohn geboren war, sagte Mersad zu seiner Frau: «Dieses Kind zerstört mein Leben.» Lejla wusch, kochte, putzte weiterhin für die ganze Familie, ansonsten war sie in der Wohnung der Schwiegereltern vollkommen isoliert. Kontakte nach aussen waren ihr verboten. «Am liebsten hätten sie mich per Post nach Bosnien zurückgeschickt», sagt Lejla – aber ohne Sohn. Die Ehe wurde schliesslich geschieden. Heute ist die Mutter arbeitslos, spricht trotz RAV-Sprachkurs kaum ein Wort Deutsch und lebt mit ihrem vierjährigen Sohn mehrheitlich von der Sozialhilfe.

Inhaltsverzeichnis

1 Das arrangieren sie schon
2 Kranke Toleranz
3 Planet der Patriarchen
4 Wieder Jungfrau
5 Winnetou reitet wieder
6 Zu viel Folklore

Das arrangieren sie schon

Lejla hat vergleichsweise Glück. Dank der Hilfe eines Anwalts ist sie nicht ins Herkunftsland abgeschoben worden wie viele andere Geschiedene. «Aufenthaltszweck erfüllt», heisst es dann jeweils im Amtsdeutsch, denn der Zweck war der «Verbleib beim Ehemann». Die zurückspedierten Frauen fallen erst recht zwischen alle Stühle. Ex-Mann und Schwiegereltern wollen nichts mehr mit ihnen zu tun haben, bei den Migrationsämtern hält man sie für Scheinbräute und im Herkunftsland für Huren.

…………………

http://www.dasmagazin.ch/index.php/Bis_dass_der_Zwang_euch_bindet

Italy begins deporting Romanian criminals

Italy begins deporting Romanian criminals

04/11/2007

ROME, Italy — Italy has began deporting Romanians with criminal records, authorities announced on Saturday (November 3rd), in response to last week’s murder of a 47-year-old woman. On Wednesday, the Italian government adopted a decree authorising police to expel EU nationals who pose a security risk. The first three Romanians with criminal records were put on a plane to Bucharest on Friday night.

Tuesday’s murder provoked a backlash against Romanians in Italy. A dozen masked men attacked three Romanians in a Rome suburb, injuring one of them seriously. That prompted Interior Minister Giuliano Amato to condemn xenophobia and racial hatred. According to some estimates, more than 500,000 Romanians now live in Italy. (Reuters, AP, Euronews, B92, AFP, Rompres - 03/11/07; AP, AFP, La Republica - 02/11/07)


A Romanian man who was extradited from Italy climbs into a police car at Bucharest’s airport Monday.

Albanian Terrorist has Fake uniforms bearing emblems of the Serbian Army (VS)

KFOR thwarts fake Serbian Army attack in Kosovo

04/11/2007

BELGRADE, Serbia — KFOR has seized uniforms bearing emblems of the Serbian Army (VS), which were allegedly to be used by a paramilitary group to stage fake incidents in Kosovo and on the border with Macedonia, Serbian Army General Mladjen Cirkovic said on Saturday (November 3rd). He said that he had warned KFOR about the threat of paramilitary group attacks and that KFOR is pursuing the matter. “We give KFOR information, they check it. That’s how recently, following one of our tip-offs, a number of Serbian army uniforms were confiscated,” Cirkovic said, adding that the VS will not tolerate any provocations in the region.

The VS also said they expect international forces led by NATO to protect Serbs and other non-Albanian civilians in Kosovo if violence breaks out during the ongoing status talks. KFOR representatives insist they will respond to any threat that might arise. (RTS, Makfax, A1, RTRS, Tanjug, B92 - 03/11/07)

http://setimes.com/cocoon/setimes/xhtml/en_GB/newsbriefs/setimes/newsbriefs/2007/11/04/nb-02

Mazedonien EU Beitritts Verhandlungen wurden vorläufig beendet

Die Europäische Kommission wird in ihrem Jahresbericht über die Fortschritte des Landes in der nächsten Woche nicht die Aufnahme der Verhandlungen empfehlen, hieß es in Diplomatenkreisen. Damit dürfte frühestens 2009 gerechnet werden, und nicht wie von der Regierung in Skopje erhofft schon im kommenden Jahr.

Die frühere Teilrepublik Jugoslawiens ist seit 2005 offiziell Beitrittskandidat. EU-Politiker halten ihr die Blockade der Justizreform, Korruption und den mangelnden Dialog mit der albanischen Minderheit vor. Die Albaner-Partei verließ jüngst im Streit mit den Regierungsparteien vorübergehend das Parlament.

Laut Diplomaten kritisiert die Kommission in ihrem Bericht auch einen zu starken politischen Einfluss in den Behörden. Zudem dränge sie darauf, dass Mazedonien den Streit mit Griechenland um seinen Namen löst. In dieser Woche wollen beide Seiten auf Einladung der Vereinten Nationen erneut darüber verhandeln. Dort heißt das Land weiterhin provisorisch “ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien”.

http://www.euronews.net/index.php?page=europa&article=451110&lng=3 

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