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Archive für 30.10.2007

Was Alles unter dem Namen Hilfs Organisation abgewickelt wird: Übelster Kinder Handel und Geld Unterschlagungen ohne Ende

Skandal um Hilfsorganisation “Arche de Zoé” im Tschad

Welche Schuld hat Frankreich?

Der Skandal um die französische Hilfsorganisation “Arche de Zoé” im Tschad weitet sich aus. Die meisten der angeblichen Waisenkinder, die nach Frankreich ausgeflogen werden sollten, haben Eltern. Sie stammten zudem nicht aus der Krisenregion Darfur, teilte ein Sprecher des französischen Außenministeriums mit. Die EU-Kommission hat die Organisation unterdessen scharf kritisiert. Der Skandal sei ein Einzelfall und das Ergebnis “eines inakzeptablen Verhaltens”, so ein Sprecher.

Von Jan Tussing, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Einige der mehr als 100 Kinder, die nun nicht ausgeflogen werden - hier mit einer Betreuungsperson. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Einige der mehr als 100 Kinder, die nun nicht ausgeflogen werden - hier mit einer Betreuungsperson. ]
Es entwickelt sich zu einer regelrechte Staatsaffäre zwischen Frankreich und dem Tschad: Der Skandal um die mutmaßliche Kindesentführung durch die französische Hilfsorganisation “Arche de Zoé” hat in dem zentralafrikanischen Staat Tschad Bestürzung und Befremden ausgelöst.

Während die Hilfsorganisation angibt, sie habe die 103 Kinder aus der Bürgerkriegsregion Darfur retten wollen, um sie in Gastfamilien in Frankreich unterzubringen, klagt der tschadische Präsident Idriss Deby an: “Sollten sie an pädophile Organisationen vermittelt werden? Oder sollten sie getötet werden, um ihre Organe weiterzuverkaufen? Oder sollten sie einfach nur verkauft werden, auch das ist möglich.”

Mit dieser Anschuldigung hat er ein kleines politisches Erdbeben bewirkt. Die sechs französischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation und drei mitreisende französische Journalisten werden nun im Tschad wegen Kindesentführung und Betrug angeklagt. Das Team des spanischen Charterflugzeugs muss sich zudem wegen Beihilfe verantworten. Sie hätten nichts von all dem gewusst, sagt der spanische Pilot. Er habe geglaubt, es handele sich um eine humanitäre Aufgabe.

Noch viele offene Fragen

Nun aber, nachdem sich herausgestellt hat, dass die Mehrheit der Kinder nicht aus dem Sudan sondern aus dem Tschad kommt, und noch nicht einmal Waisenkinder seien, fragen sich alle, wie so etwas geschehen konnte. Auch die französische Botschaft hat sich nun eingeschaltet, um herauszufinden, wie die Kinder aus ihren Dörfern und ihrem Zuhause herausgerissen werden konnten. Dies hätte niemals passieren dürfen, so der französische Botschafter.

Auch die Flugzeugbesatzung, die die Kinder ausfliegen sollte, wurde festgenommen. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Auch die Flugzeugbesatzung, die die Kinder ausfliegen sollte, wurde festgenommen. ]
Eric Breteau dagegen, der Chef der angeklagten Hilfsorganisation, gibt an, er habe von all dem nicht gewusst: “Uns wurde gesagt, die Kinder hätten weder Vater noch Mutter. Wir wurden belogen”, sagte er umringt von schreienden Kindern, die entsetzt nach ihren Eltern rufen. Ob der Franzose die Wahrheit sagt oder nicht, soll nun ein tschadisches Gericht herausfinden. Dabei wird auch die Rolle der französischen Behörden untersucht. Diese müssten von der Arbeit der Organisation gewusst haben, schließlich habe die französische Armee geholfen und Geleitschutz geleistet. Auch Frankreich treffe daher Schuld.

Präsident Sarkozy hat sich eingeschaltet

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http://www.tagesschau.de/ausland/tschad12.html

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