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OLIGARCHEN: Die Bosse vom Balkan

manager-magazin.de, 17. Januar 2007, 08:28 Uhr

OLIGARCHEN

Die Bosse vom Balkan

Von unserem Mitarbeiter in Belgrad

Die mächtigen Männer in Serbien, Kroatien und Montenegro bauen ihre Positionen seit Jahren stetig aus. Einige regieren aus dem Exil, verlieren aber kaum an Einfluss - und die Vermögen der Reichsten haben die Milliarden-Euro-Grenze längst passiert. manager-magazin.de stellt die elf einflussreichsten Manager auf dem Balkan vor.

Belgrad - Dass Geschäfte auf dem Balkan einem Vabanquespiel gleichen können, ist spätestens seit James Bonds Auftritt in “Casino Royale” bekannt. Dort pokert der Agent seiner Majestät in einem Casino in der Balkanrepublik Montenegro mit den Herren der Unterwelt um gewaschene Millionensummen. Auch wenn das Montenegro im Agententhriller von Landschaften und Gebäuden in der Schweiz und Tschechien gedoubelt wurde, so verfälscht dies doch nicht die Botschaft: Auf dem Balkan wird nicht nur mit Samthandschuhen gearbeitet.

Balkan-Barone: Präsidenten, Politiker, Paten 6 Bilder

Miroslav Miskovic: Der Serbe ist das Pik-Ass unter den Balkan-Baronen. Seinen kometenhaften Auftstieg verdankt er vor allem seiner Nähe zum früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Er nutzte zum Beispiel die Hyperinflation, um günstig Kredite von Staatsbanken in sein Firmenimperium Delta Holding zu pumpen.

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Das wichtigste ist also, sein Gegenüber zu kennen, um vorab zu wissen, wer falsch spielt. Damit sich Investoren beim Balkanpoker nicht allzu sehr ins Blatt gucken lassen, porträtiert manager-magazin.de die wichtigsten Spieler und Falschspieler der Region.

Mit einem vom serbischen Wirtschaftsmagazin “Ekonomist” auf rund 1,2 Milliarden Euro geschätzten Gesamtvermögen und einem fast unbegrenzten politischen Einfluss ist der Serbe Miroslav Miskovic unbestritten das Pik-Ass unter den Balkan-Baronen. Seinen kometenhaften Auftstieg verdankt er vor allem seiner Nähe zum früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic.

Im Jahr 1989 war Miskovic für ein halbes Jahr stellvertretender Ministerpräsident in Milosevics Regierung. Von Milosevic bekam er nach Meinung von Beobachtern Handelsmonopole für westliche Markenprodukte zugespielt und exportierte trotz des westlichen Embargos angeblich in großen Mengen Autoreifen, die er zuvor einer serbischen Firma zu Spottpreisen abgekauft hatte. Er nutzte auch die Hyperinflation, um günstig Kredite von Staatsbanken in sein neues Firmenimperium Delta Holding zu pumpen. Mit dem Placet Milosevics nutzte seine neu gegründete Delta Bank frisch gedruckte Dinar-Scheine nach Meinung von Beobachtern zu illegalen Währungsgeschäften.

An Miskovics Imperium führt kein Weg vorbei

Wegen seiner Nähe zum Regime verbat ihm die Europäische Union ab 1998 die Einreise. Doch schon im Jahr 2000 erreichten Miskovics Anwälte die Streichung seines Namens von der schwarzen Liste der EU. Von Milosevic distanzierte er sich, noch bevor dessen Machtverfall eindeutig klar war. Nach eigenen Angaben wurde er zu einem der wichtigsten Finanzierer der demokratischen Opposition.

Heute führt kein Weg an seinem Firmenimperium mehr vorbei. Es gibt kaum einen Wirtschaftssektor in Serbien, in dem die Delta Holding nicht aktiv wäre. Die Tentakel von Delta erstrecken sich in den Einzelhandel, den Finanzsektor, die Nahrungsmittelproduktion, Chemie, Autohandel und andere Bereiche. Und das nicht nur in Serbien, sondern auch in Russland und der Ukraine.

Im Einzelhandel hat Delta sogar fast eine Monopolstellung, was die Preise in die Nähe der deutschen Einzelhandelspreise bringt; und das bei einem durchschnittlichen serbischen Monatslohn von rund 300 Euro.

Bankenimperien und rosa Villen

Einer der wichtigsten Mitstreiter von Miskovic im Einzelhandel ist der Oligarch Milan Beko, der als Privatisierungsminister unter Milosevic den Grundstein für seinen Reichtum legte.

Mächtige Männer auf dem Balkan: Viele bauen ihren Einfluss seit Jahrzehnten beständig aus
Mit ihm zusammen plante er eine allerdings fehlgeschlagene Allianz mit der slowenischen Einzelhandelskette Merkator. Erst kürzlich kaufte sich Beko bei dem serbischen Verlagshaus Novosti ein, sehr zu Enttäuschung der deutschen WAZ-Gruppe, die mit ihrem Angebot nicht zum Zuge kam. Auch Beko stand auf der Einreiseverbotsliste der EU.

Sein Bankenimperium verkaufte Miskovic 2004 äußerst profitabel an die italienische Intesa-Gruppe, hat aber weiterhin Beteiligungen an kleinen serbischen Banken. Die Delta Gruppe ist mit rund 12.000 Hektar einer der größten Landeigentümer in Serbien, vornehmlich in der fruchtbaren Provinz Vojvodina.

Ein Phantom kandidiert fürs Parlament

Ganz wie die russischen Oligarchen kaufte sich Miskovic erst kürzlich in der Londoner High Society ein. Für rund 37 Millionen Euro kaufte er seinem Sohn Marko und seiner Tochter Ivana zwei Häuser im Nobelstadtteil Kensington.

In einem dynastischen Schachzug hatte er Ivana vorher mit einem Spross der Karic-Familie vermählt, die über ähnlich viel Einfluss verfügte, wie Miskovic. Boguljub Karic, der Kopf der Karic-Dynastie, baute sich als Milosevic-Schützling ein weit reichendes Medienimperium mit Fernsehsender, Mobilfunkunternehmen und Internetprovider auf und konnte einen Reichtum von geschätzt rund einer halben Milliarde Euro anhäufen.

Um seine Geschäftsaktivitäten politisch zu schützen baute er nach dem Vorbild Berlusconis eine Partei mit dem Namen “Die Stärke Serbiens” parallel zu “Forza Italia” auf, die ihm bei den Präsidentschaftswahlen 2004 immerhin 19 Prozent der Wählerstimmen einbrachte. Seit Anfang 2006 ist er allerdings flüchtig, denn die Regierung unter Vojislav Kostunica machte ihm den Prozess wegen Veruntreuung von Staatsgeldern. Seine rosa Kitschvilla an der Belgrader Botschaftsmeile Uzicka ist seitdem verwaist.

Die Medien vermuten, dass er sich in Russland versteckt hält. Trotzdem tritt seine Partei bei den Parlamentswahlen am 21. Januar an und sein Gesicht grinst auf Wahlkampfplakaten überlebensgroß von den Häuserwänden.

Raus aus Serbien, rein in Deutschland

Ein weiterer Exilant unter den Balkan-Bossen ist Philip Zepter alias Milan Jankovic. Laut dem polnischen Magazin “Wprost” ist er mit einem Gesamtvermögen von rund drei Milliarden Euro der zweitreichste Nichtrusse unter den postkommunistischen Oligarchen Osteuropas - nach dem polnischen Tycoon Jan Kulczyk. Allerdings hat sich Zepter weitgehend aus Serbien zurückgezogen und lebt nun in Monaco. Die meisten Firmen in Serbien hat er verkauft, zum Beispiel seine Zepter Bank an die ungarische OTP Bank und die Zepter Versicherung an die österreichische Uniqa. In Italien besitzt er eine Topffabrik, in der Schweiz eine Fabrik für medizinische Geräte und in Deutschland eine Besteckschmiede.

Auf den Nahrungsmittelsektor und landwirtschaftliche Produkte haben sich die Oligarchen Miodrag Kostic, Ivica Todoric und Enver Moralic spezialisiert. Todoric ist der Eigentümer des kroatischen Agrar- und Einzelhandelsunternehmens Agrokor. In Kroatien hat Agrokor eine ähnlich marktbeherrschende Stellung im Einzelhandel wie Delta in Serbien. Die Einzelhandelskette von Agrokor hat den Namen aus alten Zeiten behalten: Konsum. Das Vermögen von Todoric wird auf rund 400 Millionen Euro geschätzt. Moralic, ebenfalls Kroate, brachte es mit Landwirtschaft in seiner Kutjevo Holding auf immerhin auf ein geschätztes Gesamtvermögen von 300 Millionen Euro.

Zuckerkönigs Problem mit EU-Quoten

Kostic war lange der Zuckerkönig Serbiens und seine Firma MK Komerc ist mit rund 30.000 Hektar Landeigentum der größte Landbesitzer Serbiens. In die Schlagzeilen gelangte er kürzlich, weil er angeblich in einen Schmuggelring verwickelt war, der die EU-Quoten für Zucker umging. Seine engen Verbindung zu Zoran Djindjic, dem ersten demokratischen Präsidenten Serbiens nach dem Umsturz im Jahr 2000, hat Kostic angeblich in manchen Geschäftsbelangen geholfen, wie bei Privatisierungen von Firmen, die ihn interessierten.

Um dem politischen Zucker-Business zu entkommen, verkaufte er die Mehrheit seiner Zuckerraffinerien, die einen Marktanteil von fast 50 Prozent in Serbien haben, im Juni 2006 an die deutsche Nordzucker. Im Jahr 2003 heiratete Kostics Ex-Frau Marijana die deutsche Fußballikone Lothar Matthäus, der zu dieser Zeit Trainer des Hauptstadtvereins Partisan Belgrad war.

Während der westlichen Sanktionen gegen Restjugoslawien war neben dem Öl- der Zigarettenschmuggel eines der häufigsten Geschäftsmodelle für die heutigen Oligarchen. Einer, der es vom vermutlichen Zigarettenschmuggler bis zum Staatspräsidenten brachte, ist Milo Djukanovic, der ehemalige Premierminister und Präsident von Montenegro. Sein offizielles Gehalt als Premierminister betrug 2003 angeblich 453 Euro.

Der Bruder fürs Grobe

Wer mag Djukanovic da verdenken, dass er sich vermutlich einen lukrativen Zusatzverdienst im Zigarettenschmuggel suchen musste. Obwohl in Italien Ermittlungsverfahren wegen des Schmuggelverdachts gegen ihn liefen, konnte er eine Verurteilung bisher immer verhindern. Beobachter vermuten eine Geheimvereinbarung zwischen dem Jugoslawien-Tribunal und Djukanovic, bei dem Zeugenaussagen gegen Ermittlungen getauscht wurden.

Auch der kürzlich erfolgte Rücktritt Djukanovics von allen politischen Ämtern wird in diesem Zusammenhang gesehen. Als einer der wichtigsten Verbündeten im Zigarettenschmuggel gilt der Serbe mit kroatischem Pass, Stanko Subotic Cane, dessen Vermögen laut der kroatischen Tageszeitung “Nacional” auf rund 400 Millionen Euro geschätzt wird. Er gilt als einer der wichtigsten Mafiabosse des gesamten Balkans.

Allerdings schaffte es Milo Djukanovic auch, seinen Bruder Aco Djukanovic als den Mann für das Grobe, von dem er sich distanzierte, und sich selbst als den Saubermann aufzubauen. Aco wird von Menschenhandel bis Auftragsmorden so ziemlich alles nachgesagt, was denkbar ist.

Schädelbasisbruch beim Oppositionspolitiker

Im Kartenspielerjargon gesprochen, ist er sicher der schwarze Peter unter den Balkan-Bossen. Er besitzt Banken, Bergwerke, Immobilien - und hat weitere Anlagen in Montenegro. Mit seiner Atlas Mont Gruppe gilt Dusko Knesevic als einer der wichtigsten dunklen Geschäftsfreunde der Djukanovics in Montenegro, besonders im Finanzsektor, der als Platzhalter im Namen der Brüder Banken und andere Firmen aufkauft.

Als echter Bösewicht à la “Le Chiffre” legt Aco auch gerne einmal selbst Hand an. So brachte er einem Oppositionspolitiker im Jahr 2000 angeblich mit einem Pistolenschlag auf den Kopf einen Schädelbasisbruch bei. Aber auch hier kam es zu keiner Verurteilung.

Einige Beobachter sehen Montenegro als reinen Vasallenstaat der Djukanovics. Ohne ihr Placet scheint geschäftlich dort nichts zu laufen. Kein Wunder also, dass James Bond in Montenegro in “Casino Royale” mit besonders harten Bandagen kämpfen musste.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,460182,00.html

Albanian president’s role still unclear

Albanian president’s role still unclear

06/07/2007

The ongoing deadlock over electing a new president stems from a basic split over the nature of the institution, a blogger suggests. Also this week: soaking up sun at Dhermi.

By Klodjan Seferaj for Southeast European Times in Tirana – 06/07/07

photoAlbanian President Alfred Moisiu’s term is up on July 24th. [Getty Images]

Albanian President Alfred Moisiu finishes his term on July 24th, but choosing a successor has not proved easy. With Prime Minister Sali Berisha’s Democrats and the opposition Socialists in a deadlock for months, the decision has come right down to the wire.

Writing at Perpjekja, Fatos Lubonja suggests the root problem is uncertainty about the nature and role of the presidency. Should the head of state be a consensus-building figure who seeks to reduce tensions between the political parties?

Or, on the other hand, should he be chosen from the ruling party, with the role of cementing reforms promised during the elections?

Compounding the problem is the authoritarian model that still prevails in both the ruling and opposition parties, Lubonja writes. Both “have the mentality of a state party led by an indisputable leader … The two leaders of the two main parties see the president along the lines of a dictator, while the president has to be the head of a state that is divided between the parties and is stronger than them.”

As summer approaches its peak, Albania’s potential for tourism is another topic on the minds of many bloggers. LlTako recently visited Dhermi, which he hails as one of Albania’s most beautiful destinations.

“The good road, few people on the beach and the wonderful blue sky of the Ionian Sea are things that make you to tell everybody to pass a weekend like this in the middle of wonderful nature and lovely people. The prices are relatively low …and the food is good and not very expensive.”

True, there are a few rough spots. “One of the roads that take you to Dhermi is not fixed, there is garbage in the most beautiful places and the milk from the bars is not fresh but from a box, but nothing is perfect,” L1Tako writes. “With small expenses and a bit of work, Dhermi can become a perfect holiday destination.”

“A big investment isn’t needed — just fix the roads, pick up the garbage (but you have to make sure it is continuously collected) and provide more information to the visitors. With all this, whoever comes to Albania definitely has to visit it,” he concludes.

Finally, Selfmaderadio wonders why the media has become the main source for information that, in most countries, is provided by government institutions.

“Today while I was reading an Albanian online newspaper I found an article about Albanian-foreign couples that split up recently. I was expecting that the journalist would open up an interesting discussion on marriages between foreigners and Albanians, what makes them successful and what makes them go apart.”

Instead, he writes, the article simply ended with a list of 30 couples, giving their full names.

It’s common for such information to end up in the papers, Selfmaderadio writes. “The embassy trusts the media to list the applicants and winners of the green card; the university trusts the media to list the winners and the losers of the national exams … even the president of the Republic is publishing his decrees on the internet.”

Such practices suggest “total bankruptcy” of the institutions, which have chosen to delegate their communications role to the media, he suggests. Or maybe they purposefully trying to “escape from the client and keep their calmness”.

“Wouldn’t it be normal for the responsible institutions to communicate decisions through the personal mail?” Selfmaderadio asks. “Is the Albanian post office so incapable that the institutions are obligated to use the newspapers?”

This content was commissioned for SETimes.com
Also am Sonntag, soll jetzt mal richtig gewählt werden!

Romanian court blocks landmark graft case against Nastase

06/07/2007

BUCHAREST, Romania — The Constitutional Court issued a ruling Thursday (July 5th) that effectively blocked a landmark corruption case against former Prime Minister Adrian Nastase and his wife Dana. The court agreed that according to the constitution, the only institutions that have the right to institute criminal proceedings against cabinet members are the two houses of parliament and the president, not the National Anti-Corruption Department. The department began investigating allegations against Nastase after he left the post of prime minister in 2004. He has been charged with taking bribes, blackmail and abuse of office. His wife is charged with complicity. (Nine o’clock, hotnews.ro,

Nabucco-Pipeline: Projekt mit vielen Fragezeichen

05.07.2007

Nabucco-Pipeline: Projekt mit vielen Fragezeichen

Mit Hilfe der Nabucco-Pipeline will die EU ab 2011 Erdgas aus Zentralasien über die Türkei und den Balkan nach Europa transportieren - unter Umgehung Russlands. Doch an dem ehrgeizigen Projekt gibt es immer mehr Zweifel.

Einmütig erklärten einst die EU-Staaten ihre Absicht, „Nabucco“ auf den Weg zu bringen. Eine Pipeline, die der Europäischen Union Zugang zu den kaspischen Gasquellen verschafft. Und zwar unter Umgehung Russlands über die Türkei und den Balkan. Fünf Versorgungsunternehmen unter Führung der österreichischen OMV haben sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Reinhard Mitschek, Sprecher des Konsortiums, erläutert: „Der Hintergrund ist der, dass der europäische Erdgasverbrauch sehr stark ansteigt. Studien sagen, von derzeit 500 Milliarden Kubikmeter pro Jahr auf rund 700 bis 800 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Gleichzeitig sinkt die europäische Gasproduktion. Das heißt, man braucht zusätzliche Lieferungen. Es gibt in der kaspischen Region die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt. Es gibt die Nachfrage in Europa. Jetzt geht es darum, die Brücke zu bauen, und das soll die Nabucco-Pipeline werden.“

Nicht genug Gas für weitere Pipeline?

Doch ob die Brückenbauer wirklich grünes Licht bekommen ist mehr als fraglich. Denn die gasreichen zentralasiatischen Staaten haben bereits angedeutet, dass sie energiepolitisch auf Tuchfühlung mit Russland bleiben wollen. Und das heißt praktisch, dass der russische Gaskonzern Gasprom bereits entschieden hat, die bestehenden Leitungen aus Zentralasien nach Russland auszubauen und sich so den Zugriff auf die dortigen Gasvorkommen weiter zu sichern - während für das Nabucco-Projekt noch die Planspiele laufen. Schon heute verkauft Gasprom kaspisches Gas mit Aufschlag nach Westen. Die direkte Durchleitung im Auftrag Dritter ist nicht möglich, da sich Russland der Öffnung seiner Röhren und damit dem Wettbewerb verweigert. Gasprom-Deutschlandchef Dieter Gornig gibt sich daher ganz entspannt. Er erklärt: „In Kenntnis der Lage bei den Erdgasproduzenten in Zentralasien meinen wir, dass heute kein freies Gas vorhanden ist, um eine solche Leitung mit dem Namen Nabucco mit Sicherheit füllen zu können.“

Aserbaidschan, schon heute Lieferant der EU, hat allein zu wenige Ressourcen, um Nabucco ausreichend zu füllen. Experten haben daher Zweifel, ob überhaupt genügend Gasquellen angezapft werden können, um ein schätzungsweise 4,5 Milliarden Euro teures Röhrenprojekt rentabel zu machen. Und diese Zweifel sind zuletzt eher gewachsen. Dennoch hält die EU-Kommission am Projekt ausdrücklich fest, schließlich war es erst im März von den EU-Staaten als zentrales Infrastrukturvorhaben ausgewiesen worden. Der Sprecher des EU-Energiekommissars, Piebalgs, sagt: „Nabucco könnte auch mit iranischem oder irakischem Gas gefüllt werden, sobald sich die geopolitische Lage dort insgesamt verbessert. Man darf nicht vergessen, Iran sitzt auf dem zweitgrößten Gasvorkommen nach Russland. Nabucco ist viel mehr als nur Gaskauf bei Russlands Nachbar.“

Starke Konkurrenz

Russland freilich sieht das etwas anders und hat auf den Nabucco-Plan bereits reagiert. Vehikel ist, wie so oft, das staatlich kontrollierte Gasunternehmen Gasprom. Gasprom bringt gleich mehrere eigene Vorhaben voran, die mit Nabucco konkurrieren, etwa eine Verlängerung der bestehenden russisch-türkischen Gasleitung „Bluestream“ bis nach Ungarn. Mit dem italienischen Versorger Eni wollen die Russen eine „Southstream“ genannte Gasleitung projektieren, die Griechenland und vielleicht auch Süditalien versorgen könnte. Auch mit Serbien laufen Machbarkeitsstudien über eine Gasleitungsverbindung.

……………

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2671202,00.html?maca=de-newsletter_ostfokus-643-html

Afghanistan: Gefangene bei lebendigem Leib eingemauert

Ende der Besetzung Afghanistans: Sowjetische Truppen überqueren am 6. Februar 1989 die

Ende der Besetzung Afghanistans: Sowjetische Truppen überqueren am 6. Februar 1989 die “Freundschaftsbrücke”, die den Grenzfluß Amu Darja zwischen Afghanistan und der UdSSR überspannt. Am 27. Dezember 1979 waren die Sowjets einmarschiert. (Foto: dpa)

Gefangene bei lebendigem Leib eingemauert

In einem Gefängnis am Rande der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein Massengrab aus Sowjetzeiten mit mehreren hundert Toten entdeckt worden. Die Gefangenen sollen bei lebendigem Leib in unterirdischen Räumen eingemauert worden sein.

Ein Massengrab mit mehreren hundert Leichen ist in einem unterirdischen Sowjet-Gefängnis nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul entdeckt worden. Ein vor kurzem nach Afghanistan zurückgekehrter alter Mann habe die Polizei zu dem Militärstützpunkt der 80er Jahre geführt, berichtete die BBC am Freitag unter Berufung auf die Polizei.

Der Mann habe als Fahrer für die Russen gearbeitet. Die Gefangenen wurden den Angaben zufolge bei lebendigem Leibe eingemauert. „Es gibt dort mindestens 15 Räume mit Toten“, sagte Polizeichef Ali Schah Paktiwal. Eine genaue Zahl der Opfer wurde nicht genannt.

Es handelte sich um das zweite Massengrab aus Zeiten der sowjetischen Besetzung von 1979 bis 1989, das in der Nähe von Kabul gefunden wurde. Im vergangenen Jahr hatten Nato-Soldaten ein Grab in der Nähe eines Gefängnisses entdeckt, in dem Gegner der Sowjet-Besatzung gefoltert und getötet worden waren. Im April tauchte ein weiteres Massengrab mit den Überresten von mehr als 400 getöteten Afghanen in der nordöstlichen Provinz Badachschan auf. Es wird vermutet, dass es sich bei den meisten Getöteten um Zivilisten handelte, die sich den Besatzern widersetzten.

Artikel vom 6. Juli 2007

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