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Türkei: Korruption in der scheidenden Epoche des Sultanats

TÜRKEI

Korruption in der scheidenden Epoche des Sultanats
Der letzte wirklich machtvolle Sultan des Osmanischen Reiches war Abdülhamid II. Er herrschte von 1876-1908. In seiner Ära war der Ämterkauf institutionalisiert. Mit Hilfe dieser Praxis versuchte der Staat die Einnahmen zu erhöhen. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass auch die heutige Türkei in der globalen Korruptionsskala der „Transparency International“ ziemlich weit hinten rangiert. Unter den 158 überprüften Ländern belegte sie im Jahre 2005 Platz 65. Den Untersuchungen zufolge ist auch heute noch die Rüstungsindustrie einer der korruptesten Bereiche überhaupt.
Von Fahri Türk
EM 11-06 · 30.11.2006
Zur Person: Conrad Schetter
Abdülhamid II. wurde am 21. September 1842 in Istanbul geboren und ist am 10. Februar 1918 dort auch gestorben. Er war vom 31. August 1876 bis zum 27. April 1909 Sultan des Osmanischen Reiches. In seine Amtszeit fielen eine Reihe von Konflikten und militärischen Auseinandersetzungen, die schließlich das Ende des schon vom Niedergang gezeichneten Osmanischen Reiches beschleunigten: Aufstände in Bosnien und der Herzegowina, ein Krieg mit Serbien und Montenegro, Anfang 1877 der verheerende Krieg mit Russland. Im darauf folgenden Frieden von San Stefano wurden den Osmanen äußerst harte Bedingungen aufgezwungen.

Abdülhamid II. lehnte es ab, Reformen in seinem Staatswesen durchzuführen. Stattdessen suchte er nicht zuletzt zum Zwecke des Machterhalts ein freundschaftliches Bündnis mit dem Deutschen Reich. In die Amtszeit von Abdülhamid II. fällt der der Bau der Bagdadbahn, einem Wunschtraum von Kaiser Wilhelm II. Sie wurde mit deutscher Hilfe ab 1888 erbaut und in den 40er Jahren fuhren tatsächlich die ersten Züge von Istanbul bis nach Bagdad.

1908 kam es zu einer Revolte von Truppen, die angeführt wurden von „jungtürkischen“ Offizieren. Höhepunkt war ein Marsch auf die Hauptstadt Istanbul. Am 23. Juli 1908 kapitulierte Abdülhamid II. Am 27. April 1909 wurde dann sein jüngerer Bruder und Thronfolger Reshid Effendi als neuer Sultan Mehmed V. ausgerufen.

Den endgültigen Zusammenbruch nach der Niederlage des Osmanischen Reiches an der Seite Deutschlands im Ersten Weltkrieg und den Sturz der Sultans-Dynastie in den Jahren 1922/24 erlebte Abdülhamid II  nicht mehr. Er starb Anfang 1918, einige Monate vor der Kapitulation.

Abdülhamid II.
Abdülhamid II.

D a in der türkischen Gesellschaft kein Adelstand existierte, konnten Ehrenämter zu Zeiten der Sultane nicht durch vornehme Herkunft, Würde und durch Verdienste um das Vaterland erworben werden. Man hat sie einfach gekauft, oder sie wurden durch die persönliche Gunst des Sultans, des Wesirs oder des Paschas vergeben. Das betraf vor allem die Beamten- und Militärposten. Aus diesem Grund wurden die wichtigen militärischen Posten oft auch nicht durch kompetente Persönlichkeiten besetzt, sondern durch solche mit entsprechenden finanziellen Mitteln. Die Käufer der Posten versuchten damit ihren persönlichen Einfluss zu vergrößern. In dieser Situation waren der Korruption und der Ungerechtigkeit Tür und Tor geöffnet.

Die Richtlinie „Ämterverkauf“ war eine Maßnahme des Reiches, mit deren Hilfe man die Staatseinnahmen erhöhen wollte. Diese Einnahmequelle sprudelte tatsächlich reichlich. Wer ein Amt kaufen wollte, musste die erforderliche Summe durch eine Bankanleihe mit einem hohen Zinssatz aufbringen. Nach der Zahlung der vorher festgesetzten Kaufsumme hatte der Staat denjenigen, der dieses Amt gekauft hatte, in den Provinzen in Ruhe gelassen, damit er durch die Ausbeutung der Bevölkerung seine Schulden begleichen konnte. Mit anderen Worten: Wer ein Amt kaufte, konnte seine Kreditraten in dieser Weise zurückzahlen und sich dabei ungestört bereichern.

Bestechungsgelder als Grundsicherung der türkischen Beamten

Im 19. Jahrhundert waren in diesem politischen System Bestechungsgelder in Form von Geschenken weit verbreitet. Wer ein Anliegen bei einer Behörde erledigen lassen wollte, musste dem zuständigen Beamten unbedingt ein Geschenk machen. Der Chef des Deutschen Generalstabs Helmut von Moltke weist in seinen Schriften auf diese Praxis hin, dass fast alle Beamten und Offiziere in der damaligen Türkei von Bestechungsgeldern gelebt hätten, die üblicherweise als Geschenk gegeben wurden. Der Staat habe die Gehälter nicht monatlich auszahlen können. Meist habe es nur an den Festtagen Abschläge gegeben.

Wegen des chronischen Geldmangels kam es damals zu zahllosen Meutereien im Heer und bei der Flotte. Dies war das einzige Mittel, um die Zahlung von Soldrückständen zu erzwingen. Reste von Jahresgehältern wurden den Offizieren gutgeschrieben, aber sehr selten beglichen. Aus diesem Grund wuchs das Guthaben türkischer Offiziere bei der Staatskasse ständig. Aus der Not heraus verkauften sie diese Forderungen dann an einen Wechsler und nahmen dabei einen hochprozentigen Abzug hin.

Rechtfertigung der Korruption auf höchster Ebene

Bei der Verbreitung der Korruption im türkischen Staatsapparat spielte die Haltung des Sultans zu diesem Thema eine entscheidende Rolle. In seinen Erinnerungen wies Abdülhamid darauf hin, dass man das Verhalten der türkischen Beamten mit dem der europäischen nicht vergleichen dürfe. Da die türkischen Beamten schlecht bezahlt wären, wären sie nicht in der Lage, von ihren Gehältern zu leben. Sie seien vielmehr gezwungen, ihre Gehälter  in Form von Bestechungsgeldern zu kompensieren.

Der Sultan rechtfertigt das System des Bestechungsgeldes, denn der Staat verfüge nicht über die Mittel, seine Diener regelmäßig zu entlohnen. Wenn die Familie eines Beamten  nichts zum Essen gehabt hätte, wäre dieser auf die Annahme von Bestechungsgeldern angewiesen, was  vollkommen natürlich und menschlich sei, so Abdülhamid. Seines Erachtens nach hätte sich jeder ausländische Beamte in einer vergleichbaren Situation genauso verhalten wie der türkische.

Aus den Ausführungen des Sultans  kann man seine Hilflosigkeit eindeutig erkennen. Einerseits wusste er um die verheerenden wirtschaftlichen Folgen des Bestechungsgeldsystems für seinen Staat. Andererseits gab er jedoch seinen Beamten das Recht, Bestechungsgelder zu akzeptieren, um ihre Familien ernähren zu können.

Nach Ansicht von Abdülhamid war das Bestechungsgeldsystem dann zu tolerieren, wenn einfache, d. h. gering verdienende Beamte ihre Gehälter nicht rechtzeitig bekämen. Die Verwicklung der hohen Beamten in Bestechungsgeldaffären hielt er hingegen für nicht tolerierbar.

Das Vermögen des Staates verschwindet in den Taschen der korrupten Würdenträger

Die Überweisung des Geldes für den Bau einer Zweigbahn zwischen Bursa und Mudanya an die zuständige Behörde in Höhe von ungefähr 17.000.000 Türkischen Pfund war ein Paradebeispiel dafür, inwieweit die Korruption im türkischen Staatssystem verwurzelt war. Obwohl die türkische Reichsschatzkammer die ganze Summe an die Regionalbehörde überwiesen hatte, wurde nicht einmal ein Meter Bahn gebaut. Die gesamte Summe landete in den Taschen der korrupten Staatsbeamten. Der Bürgermeister von Bursa war einer der Hauptakteure in dieser Bestechungsgeldaffäre. Dass er sich so schamlos bereichert hatte, ging auch für Abdülhamid zu weit. Wegen des Protestes des französischen Botschafters Constans in dieser Angelegenheit entließ Abdülhamid schließlich den unwürdigen Staatsdiener, obwohl er von allen Seiten Unterstützung bekam.

Eine andere Korruptionsaffäre in der damaligen Zeit betraf den Bürgermeister von Beirut. In diesen Vorgang waren auch die Sicherheitschefs der Stadt verwickelt. Diese korrupten Beamten bekamen für die gesetzeswidrige Ausstellung von Personalausweisen für die jüdischen Einwanderer aus Osteuropa pro Person drei Türkische Pfund Bestechungsgeld. Der Schatzkammer des Staates fügten sie mit dieser Praxis Schäden in Millionenhöhe zu.

Moltke wies darauf hin, dass Mehmed Hüsrev Pascha, der Generalstabchef des türkischen Heeres um 1835, einer der korruptesten Beamten seiner Zeit gewesen war. Wer in Istanbul Geschäfte machen wollte, hätte erst Hüsrev bestechen müssen, denn ohne seine Zustimmung sei es ein Zustandekommen so gut wie ausgeschlossen gewesen. Nach Ansicht von Moltke hatte Hüsrev sehr viele Bestechungsgelder in bar genommen, um sich jeglicher Kontrolle zu entziehen.

Europäische Waffenfabriken passten sich an die korrupte Umgebung des Sultans an……………..

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20061107&marker=serbien 

Rumänien: Rehabilitiert Dracula!

RUMÄNIEN
Rehabilitiert Dracula!
Zur Ehrenrettung eines verkannten Staatsmannes. Sein Vater war Mitglied im „Drachenorden“, den Kaiser und ungarischer König Sigismund 1408 gestiftet hatte. Draculas Vater Vlad wurde 1431 Mitglied dieser höchst exklusiven Societas Draconis, musste sich folglich Dracul nennen - und von ihm kam der Titel auf den Sohn.
Von Wolf Oschlies
EM 06-06 · 30.06.2006

Titelblatt eines Bamberger Druckes über „Eine wunderliche und erschreckende Geschichte von einem großen Wüterich genannt Dracula“.
Titelblatt eines Bamberger Druckes über „Eine wunderliche und erschreckende Geschichte von einem großen Wüterich genannt Dracula“.

D a Raducanu seit Jahrzehnten nicht mehr bei Borussia Dortmund spielt, kennen die gewöhnlichen Deutschen nur noch zwei Rumänen: Ceausescu und Dracula. Wobei diese Kenntnis auch schon verblasst: Ceausescu wurde Ende Dezember 1989 gestürzt, gejagt, gefasst und hingerichtet – alles in der ganz unbalkanischen Fixigkeit von vier Tagen. Und Dracula hat nie gelebt, wenigstens nicht der Dracula, der uns seit über einhundert Jahren in ungezählten Schauerstories. Horrorromanen und Schockfilmen als Blutsäufer, Tyrann, Massenmörder etc. vorgestellt wird.
Gewissermaßen als Überkompensation hatte Ceausescu zeit seiner Herrschaft eine Glorifizierung Draculas als großer Diplomat, Heerführer und Patriot betrieben, was die Rumänen nicht überzeugte. Bereits 1978 ließ der rumänische Dichter und Dra­matiker Marin Sorescu (1936-1996) in seinem Dracula-Drama „A treia teapa“ (Der dritte Pfahl) drei Personen höchst süffisante Dinge über Gewaltherrscher im allgemeinen äußern, die vom Publikum umgehend auf den realen „conducator“ (Führer) Ceausescu bezogen wurden und dem Autor Literaturpreise und Bühnentriumphe einbrachten.
Mitglieder der exklusiven Societas Draconis hießen Dracul
http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?thema=Balkan&artikelID=20060613

Kroatien: Tourismus 2006: Warmer Regen vor kaltem Guss?

KROATIEN

Tourismus 2006: Warmer Regen vor kaltem Guss?
Sonne, Meer und Strand hat Kroatien reichlich zu bieten. Aber sein Angebot darüber hinaus gilt als langweilig. Die mediterranen Konkurrenten Griechenland, Italien und Spanien sind längst im Vorteil. Dazu kommen viele Unzulänglichkeiten im Lande und vergleichsweise hohe Preise. Düstere Perspektiven für die Zukunft.
Von Wolf Oschlies
EM 11-06 · 30.11.2006

A  n der Küste wird man nur schwer Hoteliers finden, die mit dem Erreichten unzufrieden wären“, kommentierte die Tageszeitung „Slobodna Dalmacija“ am 18. September Kroatiens touristische Saison 2006. Genugtuung an der ganzen Küste? Das kleine Kroatien (56.691 Quadratkilometer Territorium, 4,8 Millionen Einwohner) hat eine Adriaküste von 1.778 Kilometern Länge – oder sogar 5.835 Kilometer, sofern man die 1.185 Inseln hinzurechnet, von denen allerdings nur 70 besiedelt sind.

„Sinje more svijetu reci/ Da svoj narod Hrvat ljubi“, heißt es seit 115 Jahren in der kroatischen Nationalhymne: „Blaues Meer, sage der Welt/ Dass der Kroate sein Volk liebt“. Im vergangenen Jahr hörte (um im Bild zu bleiben) die „Welt“ diese stolze Botschaft ganz direkt: Gute neun Millionen ausländische Touristen kamen vor allem an die kroatische Küste, die mit 2.600 Sonnenstunden pro Jahr den Hauptwunsch der sonnenhungrigen Besucher erfüllt. Das galt auch 2006 trotz der Regenmonate Juni und August, die partiell einen größeren „Schwund“ auslösten, etwa ein zehnprozentiges Minus bei französischen Touristen in Istrien.

Weitere Negativwirkungen dieser Saison listete „Slobodna Dalmacija“ akribisch auf: „unbegründete“ Preissteigerungen, „verspätete“ Hotelrenovierungen, deutlich weniger Touristen aus Deutschland und Frankreich, „Gewalttätigkeiten Einheimischer gegen Gäste“, „phantasielose Abendunterhaltung“, „schlechtes Niveau des Betreuungsservices“ etc. Da scheint sich seit 2002 wenig an den Bedingungen geändert zu haben, die damals der Zagreber „Globus“ drastisch beschrieb: „Kroatien bietet seinen Gästen ein wunderbares Meer, sehr guten Fisch, schlechten Service, grenzenlose Langeweile und absolut nichts, was jemand als charakteristisch für unser Land empfinden könnte“.

Seit anderthalb Jahrhunderten ist Kroatien ein Tourismusland, und seine Adriaküste war im alten Jugoslawien bis in den mittleren 1980er Jahren eine wahre „Goldgrube“, die alljährlich von 3,5 Millionen Deutschen, 1,7 Millionen Italienern etc. gefüllt wurde. Diese Traumzeiten sind unwiederbringlich vorbei, auch wenn Kroatiens Tourismus seit zwei, drei Jahren wieder „schwarze Zahlen“ schreibt. Die Saison 2006 wurde von nicht wenigen Kommentatoren als Beginn einer nachhaltigen touristischen Prosperität gefeiert, von anderen als Start einer Durststrecke strategischer Umorientierungen, kostspieliger Investitionen und rückläufiger Erträge beargwöhnt. Welche Meinung trifft zu?

Tourismus in Kroatiens Wirtschaft
Uzdanica (Rückhalt) der gesamten Wirtschaft Kroatiens sei der Tourismus – befand Ende 2003 eine Analyse der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK). Im Oktober 2006 urteilten zwei Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Elmar Brok (EVP-ED) und Hannes Sowoboda (SPE), Kroatien sei ökonomisch so tragfähig, dass es wohl vom „CNN-Effekt“ ereilt würde: wegen völliger Problemlosigkeit von den internationalen Medien übergangen zu werden.

Die Kroaten selber sind anderer Ansicht. In einer Repräsentativumfrage von Anfang September 2006 äußerten 63 Prozent: „Kroatien bewegt sich in schlechter Richtung“. Als Beleg dessen nannten die Befragten u. a. die Arbeitslosigkeit (68 Prozent), die Korruption (38 Prozent), die Not der Rentner (14 Prozent), den allgemein niedrigen Lebensstandard (13 Prozent). 2007 gibt es in Kroatien erneut Parlamentswahlen, wobei die großen Parteien schlechte Aussichten haben. Kroatien steht ein monatelanger Wahlkampf bevor, in dem es vorwiegend um ökonomische und soziale Themen gehen wird. Noch am 16. November 2006 äußerte Staatspräsident Stipe Mesic auf eine Wirtschaftstagung „Besorgnis“: Kroatien habe zu viele Arbeitslose, importiere zu viele und besitze keine Strategie, wie sich die Dinge in Zukunft verbessern könnten.

Ist der Tourismus der einzige Lichtblick? -  Experten sehen ein Dilemma: Kroatien muss sich mit mediterranen Konkurrenten messen (Spanien, Italien, Griechenland etc.), die neben dem Tourismus noch eine wohlentwickelte Industrie besitzen, während „Kroatien nur den Tourismus hat – und basta“. Selbst ein international frequentierter, nach Besuchern und ihren Vorlieben diversifizierter und flexibel gemanagter Tourismus könnte nicht als monostrukturelle Basis einer ganzen Volkswirtschaft taugen, wobei dem kroatischen Tourismus alle diese Attribute abgehen: Er ist zu teuer, sein Service ist schlecht, sein Management saumselig (javašluk). Weil das so ist, wird nur in Kroatien „die allsommerliche Tourismusbilanz mit einer Spannung erwartet, die man anderswo den Ergebnissen von Sportwetten entgegenbringt“ (wie das viel gelesene „Morgenblatt“ im Sommer bemerkte).

Dennoch hat Kroatien den Tourismus zum „strategischen Schwerpunkt“ der eigenen Wirtschaft erklärt, was der Wirtschaftswissenschaftler Dražen Kalogjera als laienhafte Fehlentscheidung bezeichnete. Klaogjera war unter dem autoritären Tudjman-Regime  Wirtschaftsminister, trat aber zurück und konstatiert heute fortdauernde negative Folgen damaliger Beschlüsse. Seit 12 Jahren ist z.B. die nationale Währung Kuna, am 30. Mai 1994 eingeführt, enorm überbewertet, was „Einfuhren prämiert und Ausfuhren belastet“. Hinzu kam Tudjmans Politik der „Privatisierung“, die tatsächlich eine Begünstigung der Klientel seines Regimes war (Kalogjera: „Die sagten mir direkt, sie müssten wissen, wem sie was verkaufen“), und das alles hat die „Wirtschaft zerstört und sie unfähig für Konkurrenz gemacht“.

Aktuelle Wirtschaftsnöte

Der witzige Srecko Puntaric brachte es einmal mehr auf den Punkt (in „Vecernji list“ 31.10. 2006): „Verschone mich bitte mit deinen Krediten“, sagte das kleine Kroatien zur Euro-schweren EU, „warum hast du mir nicht gesagt, dass man die zurückzahlen muss?“

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?thema=Balkan&artikelID=20061113 

Ex-US-Sicherheitsberater übt scharfe Kritik an “Krieg gegen Terror”

26.03.2007
Ex-US-Sicherheitsberater übt scharfe Kritik an “Krieg gegen Terror”
Brzezinski: USA nun anfälliger für demagogische Politik und Panik
Washington - Der frühere US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski ist mit der Anti-Terror-Politik der Regierung von Präsident George W. Bush scharf ins Gericht gegangen. “Die ständige Bezugnahme auf den “Krieg gegen Terror” hat ein wichtiges Ziel erreicht: Sie hat die Entstehung einer Kultur der Angst gefördert”, schreibt Brzezinski in der “Washington Post” (Sonntagsausgabe). Demagogischen Politikern falle es dadurch leichter, die Öffentlichkeit für ihre Absichten einzuspannen.

USA gespalten

Die USA seien nun gespalten, unsicher und äußerst anfällig für Panik, sollte es zu einem weiteren Terroranschlag im eigenen Land kommen, befindet Brzezinski, der von 1977 bis 1981 Sicherheitsberater unter Präsident Jimmy Carter war. Dies sei das Ergebnis von fünf Jahren “beinahe ständiger, landesweiter Gehirnwäsche mit Blick auf das Terrorthema”.

Laut Brzezinski ist es schwer zu bestreiten, dass die USA paranoider geworden seien: Habe der Kongress 2003 noch 160 Orte in den Vereinigten Staaten als mögliche wichtige Terrorziele benannt, seien es zwei Jahre später schon beinahe 78.000 gewesen. Die allgegenwärtigen Sicherheitskontrollen in den USA seien dabei inzwischen nur noch Routine und wenig effektiv. Sie verschwendeten hunderte Millionen Dollar und trügen zur Belagerungsmentalität bei.

“Fundamentale Rechtsgedanken”

“Die Kultur der Angst hat Intoleranz, Argwohn gegen Ausländer und rechtliche Prozeduren geschaffen, die fundamentale Rechtsgedanken untergraben.” Die Unschuldsannahme bis zum Beweis des Gegenteils sei geschwächt, wenn nicht sogar aufgehoben. Menschen, darunter auch US-Bürger, würden für längere Zeiträume eingesperrt, ohne dass sie schnellen und effektiven Zugang zu Rechtsmitteln hätten.

Eine globale Allianz gemäßigter Kräfte zur gezielten Zerstörung von Terrornetzen und Beilegung von Konflikten, die den Terror fördern, wäre produktiver gewesen als ein “demagogisch erklärter und von den USA größtenteils einsam geführter Anti-Terror-Krieg gegen “Islamo-Faschischmus”", schreibt Brzezinski weiter. (APA/dpa)
standart.at

Terrorized by ‘War on Terror’

How a Three-Word Mantra Has Undermined America

By Zbigniew Brzezinski

03/25/07 “Washington Post’ — – The “war on terror” has created a culture of fear in America. The Bush administration’s elevation of these three words into a national mantra since the horrific events of 9/11 has had a pernicious impact on American democracy, on America’s psyche and on U.S. standing in the world. Using this phrase has actually undermined our ability to effectively confront the real challenges we face from fanatics who may use terrorism against us.
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http://www.informationclearinghouse.info/article17409.htm

Report: Illegal gains in Montenegro laundered through real estate

Report: Illegal gains in Montenegro laundered through real estate

26/03/2007

The authorities in Podgorica say they are implementing measures to track the market more closely.

By Nedjeljko Rudovic for Southeast European Times in Podgorica – 26/03/07

The real estate market in Montenegro has become a haven for money launderers. [Getty Images]

The head of the government’s office for terrorism financing and money laundering, Predrag Mitrovic, said earlier this month that his office is going to reinforce its control over the real estate market as part of the fight against money laundering.

Real estate is big business in Montenegro. Around the capital, Podgorica, construction and restoration of commercial buildings — with offices, flats and luxury shops — is a common sight, as is the remodeling and upgrading of personal residences.

According to a US State Department report, however, this sector is also a favoured venue for money laundering.

“Investment by foreign individuals and businesses in expensive real estate along the Montenegro coast has raised prices and generated concerns about the source of funds used for these investments,” says the International Narcotics Control Report 2007, released on March 1st.

Police and prosecutors are not encouraged to investigate real estate moves because the court system is not prepared to deal with the fallout, the document said.

It urges Montenegro to “strengthen its legislation to establish more robust asset seizure and forfeiture regimes, as well as upgrade its capacity to strengthen its criminal intelligence and investigative techniques”.

According to the State Department, Montenegro continues to have a significant black market for smuggling goods. Illegal income also comes from the drug trade, corruption, tax evasion, organised crime and other types of financial crime.

Mitrovic says the government plans to devote special attention to tracking real estate deals. “Beside the [legal] obligation to follow and analyse reports that come to our database, we are forming an additional database [which will] contain copies of real estate trade contracts,” he told local media.

He hinted at a new initiative for obtaining competencies in order to scrutinise real estate trading, as well as to help identify the real owners of companies that are engaged in trade in Montenegro.

According to official data, in 2005, 14 cases suspected of money laundering were submitted to the department in charge. In 2006, 29 cases were submitted, while this year has seen eight so far.

Opposition parties say that too little is being done and at too slow a pace. “The problem cannot be hidden anymore,” said Nebojsa Medojevic, leader of the opposition Movement for Changes party.

The report’s findings will deter prominent foreign investors from coming to Montenegro, Medojevic warned. He said the three biggest investors in the region — the United States, Germany and Italy, have a negligible role in Montenegro.

Local Muslim religious leader says no room for fanaticism in Sandzak

Local Muslim religious leader says no room for fanaticism in Sandzak

26/03/2007

NOVI PAZAR, Serbia — A local Muslim religious leader, Sandzak mufti Muamer Zukorlic, said on Sunday (March 25th) that there is no room for fanaticism and extremism in the region. His comment followed a meeting with a delegation from the US State Department, led by the Deputy Chief of Mission to Belgrade, Roderick W. Moore. Zukorlic says talks focused on the recent discovery by Serbian police of a training camp for Wahhabi extremists in the Novi Pazar area. The mufti stressed that the local Muslim community must be united against anyone using religion as a pretext for extremist purposes.

Also Sunday, the leader of the Sandzak Democratic Party, Rasim Ljajic, urged authorities to fully investigate the Wahhabi case and to arrest the organisers and those who supplied weapons. (Danas - 26/03/07; RTS, Tanjug, Beta - 25/03/07)

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