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Archive für 28.2.2007

Der neueste Drogenbericht von Europol und die Selbständigkeit des Kosovo

Albanische Heroin-Mafia auf dem Vormarsch

Jürgen Elsässer 01.02.2005

Der neueste Drogenbericht von Europol und die Selbständigkeit des Kosovo

“Die albanische Mafia und die sogenannte Befreiungsarmee Kosovo UCK haben keine Berührungspunkte - sie sind ein und dasselbe. Sie sind über die Familien miteinander verbunden, so dass es unmöglich ist, sie voneinander abzugrenzen,” meinte Marko Nicovic, Leiter der Drogenabteilung im Belgrader Innenministerium, schon im Jahre 1998, als noch Slobodan Milosevic jugoslawischer Präsident war.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19320/1.html 

Bosnien: Serben entschuldigen sich

Bemerkenswertes aus Bosnien
Serben entschuldigen sich

Die Regierung der Serbenrepublik in Bosnien hat sich wegen der von Serben an Nicht-Serben verübten Verbrechen während des Krieges von 1992 bis 1995 entschuldigt. Zusammen mit anderen bosnischen Institutionen wollten die Serben alle Verantwortlichen, vor allem die für das in Srebrenica begangene Verbrechen, vor Gericht bringen, heißt es in einer am Mittwoch in Banja Luka veröffentlichten Regierungserklärung. Darin werden auch die Vertreter der beiden anderen Bevölkerungsgruppen, der Muslime und der Kroaten, aufgerufen, sich für ihre an Serben begangenen Verbrechen zu entschuldigen.

Die Erklärung kommt zwei Tage, nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag in einem Urteil festgestellt hat, dass in Srebrenica Völkermord an Muslimen begangen worden war. In der serbischen Erklärung erscheint weder der Begriff Völkermord noch Kriegsverbrechen. In der damaligen ostbosnischen Muslimenklave Srebrenica, die unter UN-Schutz stand, hatten Serben im Sommer 1995 nach der Eroberung bis zu 8000 muslimische Männer getötet.

Der Ministerpräsident der Serbenrepublik, Milorad Dodik, rief unterdessen die beiden meist gesuchten bosnischen Serben, den früheren politischen Führer Radovan Karadzic und dessen Armeechef Ratko Mladic, erneut auf, sich wegen “des Wohles aller Serben” der Justiz zu stellen. Die beiden sind vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt und seit über einem Jahrzehnt auf der Flucht. Mladic wird vor allem wegen des Massakers in Srebrenica gesucht.

Die bosnische Serbenrepublik (Republika Srpska) ist Teil Bosnien-Herzegowinas. Die 1992 ausgerufene Republika Srpska liegt im Norden und Osten des Landes und wird hauptsächlich von Serben bewohnt und verwaltet. Fast 90 Prozent der 1,48 Millionen Einwohner des Verwaltungsgebiets sind orthodoxe Serben.

http://www.n-tv.de/772077.html

Die albanische Mafia in Deutschland

Datum 17.12.2005

Die albanische Mafia in Deutschland

Sie spielen im Drogenhandel und Rotlichtmilieu eine entscheidende Rolle, aber deutsche Ermittler halten sich bisher zurück. Von Jürgen Roth
Unter den ausladenden Kristalllüstern im prächtigen Ballsaal des feudalen Hamburger Hotel Atlantic floss der Champagner in Strömen. Das war Ende August, als sich eine illustre Gesellschaft traf. Gefeiert wurde die Hochzeit von Merita, Dolmetscherin beim Verwaltungsgericht Schleswig und  Schwester des 46jährigen „Dons“ von Hamburg.

Und die Eingeladenen, unter ihnen Figuren der Halb- und Unterwelt, wollten es sich nicht nehmen lassen, dem „Don“ und seiner schönen Schwester die gebührende Ehre zu erweisen. Geschätzte 75.000 Euro kostete die Fete. Für den „Don“, der vor 25 Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien kam und sich in der Szene als Zocker einen Namen machte, dürfte das ein Taschengeld gewesen sein.

Doch wer ist dieser noble Don aus Hamburg? Der Bundesnachrichtendienst BND glaubt Quellen, wonach er der Kopf „einer der einflussreichsten albanischen Klans“ sei, der sich Ende der neunziger Jahre „finanziell an der Bewaffnung der Albaner im Kosovo beteiligt haben soll und dabei den Kauf und Verkauf von Waffen und die entsprechende Organisation übernahm.“

BND-Quellen behaupten weiter: „Sein Immobilienvermögen wird allein in Hamburg auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt.“ Aber woher kommt das Geld? Vermutet wird in Pullach, dass es aus „kriminelle Aktivitäten wie dem Drogenhandel, der Schutzgelderpressung, Prostitution und dem Kfz-Schmuggel“ stammen würde.

Nicht nötig, sich die Finger schmutzig zu machen

Dieser Darstellung widerspricht, dass es - entgegen diesen nachrichtendienstlichen Erkenntnissen - in Deutschland bislang kein Gerichtsverfahren gegen den „Don“ gegeben hat beziehungsweise gibt. Beamte des Hamburger Landeskriminalamtes sehen den Grund in der Schwierigkeit, „Zeugen“ für die vermuteten kriminellen Aktivitäten des Klans zu finden. Und zudem hätte der „Don“ es überhaupt nicht mehr nötig, sich mit ordinären kriminellen Geschäften die Hände schmutzig zu machen.

Eher merkwürdig ist vielleicht, dass in einem berühmt-berüchtigten Lokal auf der Hamburger Reeperbahn, das diesem Albaner-Klan (wie fast die halbe Reeperbahn) gehört, Kosovo-Albaner als Hilfskräfte arbeiten, die gleichzeitig von der Bundeswehr zum Einsatz im Kosovo ausgebildet werden. Stolz präsentieren sie manchen Gästen bereits ihren funkelnagelneuen KFOR-Ausweis.

Bekannt ist auch, dass der Don mit dem in der Schweiz lebenden Finanzberater Gjoke P. bei Zürich zusammengearbeitet hatte. Gjoke P. wurde bei einer Grenzkontrolle an der Schweizer Grenze, zusammen mit seinem Bruder,  aufgehalten. Und zwar von deutschen Zollbeamten. Die stellten bei einer intensiven Durchsuchung folgendes fest: „Farbkopien von Schecks in Millionen US-Dollar und eine Aufstellung über 21 Millionen US-Dollar.“

Im Hintergrund stehen Millionengeschäfte mit russischen Fonds, die über das deutsche Unternehmen WFG Immobilien und Finanzholding GmbH in Dietzenbach abgewickelt wurden. Das ergaben Recherchen von Journalisten in der Tschechei. Der Treuhänder, der in der Schweiz einen schicken Jaguar fährt, erklärte den Grenzbeamten auch „dass er über eine größere Menge Geld verfügt.“ In einer Geldwäscheverdachtsanzeige schrieben die Beamten: „Beide Personen sind in der Schweiz, Italien und Deutschland unter anderem wegen Drogenhandel, Geldwäscherei und Sprengstoffbesitz aktenkundig.“

Noch ein weiterer albanischer Klan dürfte in Deutschland aktiv sein. Es geht um den Kelmendi-Klan aus dem Kosovo. Sie betätigt sich nach neuesten Erkenntnissen des BND „mit Drogen-, Waffen- und Treibstoffschmuggel, Menschenhandel, Geldwäsche, Prostitutions- und Erpressungsgeschäft.“ So weit so normal.

In einem „Confidential Report“ der Vereinten Nationen ist zudem zu lesen, dass einer der einflussreichsten Mitglieder des Kelmendi-Klans „nach Angaben verschiedener Quellen einer der wichtigen Kooperationspartner der deutschen KFOR-Truppen sei, wie zu administrativen Behörden, die von der deutschen Regierung im Kosovo mitgetragen werden.“

Ein Drogennetzwerk in Deutschland

Ein schwerer Vorwurf. Denn der im UN-Bericht genannte Kelmendi-Klan, so wiederum der BND in einem Bericht vom Februar 2005, soll auch in Deutschland ein Drogennetzwerk anführen und intensive Kontakte zu Fatos Nano, dem albanischen Ex-Premierminister unterhalten. Die enge Beziehung zu Deutschland dürfte damit zusammenhängen, dass zwei Brüder des Klans lange Jahre in Deutschland lebten. Der eine studierte an der Ruhruniversität in Bochum, die der andere arbeitete als Gerichts- und Behördendolmetscher in Hamburg.

Tatsache ist jedenfalls, dass die kosovo-albanischen Klans heute in Deutschland eine der wichtigsten kriminellen Organisationen sind, die insbesondere im Drogenhandel und Rotlichtmilieu eine entscheidende Rolle spielen. Obwohl dieser Sachverhalt durchaus bekannt ist, finden sich deutsche Sicherheitsbehörden nicht bereit dazu, Ermittlungen gegen die albanischen kriminellen Strukturen in Deutschland zu führen.

Das Bayerische und das niedersächsische Landeskriminalamt wollten zentrale Ermittlungen durch das BKA. Die Ablehnung kam aus dem Innenministerium, sagt eine vertrauliche Quelle  Bereits vor Monaten versuchten sowohl das Bayerische wie das Niedersächsische Landeskriminalamt das BKA davon zu überzeugen, zentrale Ermittlungen zu übernehmen.

Doch das wurde abgelehnt, obwohl auch die Polizei in Österreich und in Italien darauf drängte. Die Ablehnung kam direkt, so eine vertrauliche Quelle aus dem österreichischen Bundeskriminalamt, „vom deutschen Innenministerium“.

Hängt diese skandalöse Entscheidung mit der politischen Verstrickung der deutschen Regierung im Kosovo zusammen? Sie hat ja nicht nur den Kampf der UCK im Kosovo unterstützt, sondern fördert maßgeblich die Unabhängigkeit des Kosovo. Tatsache ist, dass die ungebrochene Macht dieser Klans in Deutschland ohne die prekäre Situation im Kosovo und in Albanien nicht zu verstehen ist. Es geht, sowohl in Albanien wie im Kosovo, um die „Heirat“ zwischen politischen Entscheidungsträgern und mächtigen kriminellen Klans.

Organisierte Kriminalität ist in diesen Ländern der einzig wachsende und profitable Wirtschaftsfaktor. Er ermöglicht die Wahlkampf- und Parteienfinanzierung, Bestechung von politischen Funktionsträgern, sowie die Finanzierung paramilitärischer Gruppen. Und dieser kriminelle Wirtschaftszweig breitet sich ständig weiter international aus.

Allianz sizilianischer und albanischer Mafia

Albanien entwickelte sich in den letzten Jahren zum „kriminellen Flugzeugträger“ Europas. Der Kosovo hingegen, trotz UN-Verwaltung und NATO-Militär, ist ein einziger krimineller Biotop. Ein wesentliches Element dieser brisanten Entwicklung ist das profitable Geschäft mit Drogen. Denn ein großer Teil der (ständig wachsenden) Opiumernte in Afghanistan gelangt in Form von Heroin auf den westeuropäischen und amerikanischen Markt.

Dabei schmuggeln die kosovo-albanischen Drogenkartelle das Heroin vor allem entlang der  Balkanroute zur Versorgung des Marktes nach Westeuropa. Durch die Allianz zwischen sizilianischer Mafia und albanischer Mafia ist so in den vergangenen Jahren das weltweit größte Drogenkartell im Herzen Europas entstanden.

Vertreter des italienischen Mazarella-Klans wurden bei ihrer Ankunft in Tirana in Regierungsfahrzeugen abgeholt, so Klaus Schmidt von der PAMECA auf einer Tagung der Seidel-Stiftung. Ein ehemaliger Innenminister wiederum arbeitete direkt für den albanischen Mafia-Klan Dibra. Und zwei Leibwächter des Ex-Außenministers wurden, nachdem der Ex-Außenminister für sie ein Visum für Italien beantragt hatte, mit fünfzig Kilo Heroin im Gepäck in Italien festgenommen.

Bis vor wenigen Monaten starteten nachts auf dem Flughafen in Tirana Flugzeuge, die nirgendwo registriert waren. Kontrolliert wurden sie schon gar nicht, weil die Polizei dort in den  Drogen- und Menschenhandel direkt verstrickt ist, so die Erkenntnisse deutscher Polizeibeamte, die in Albanien die dortige Polizei ausbilden.

Die Fakten: Pro Monat werden 5000 Kilo Heroin durch Albanien in Richtung Westen geschmuggelt, teilweise in eigenen Laboratorien weiterverarbeitet. Neunzig bis fünfundneunzig Prozent des gesamten albanischen Geldverkehrs werden immer noch außerhalb der Banken abgewickelt. Entsprechend groß ist die Möglichkeit, kriminell erwirtschaftetes Geld zu investieren, insbesondere in Immobilien.

Des Waffenschmuggels bezichtigt

Verantwortlich für diese Entwicklung dürfte der ehemalige Premierminister Fatos Nano gewesen sein, so übereinstimmend sowohl der neue Präsident Berisha wie westliche Botschafter und Polizeidienststellen. Er wird als „dramatischer Zocker“ bezeichnet, der in einigen Nächten horrende Geldsummen verspielte. Gleichzeitig setzte er bekannte Waffen- und Drogenschmuggler als Polizeidirektoren ein.

In internen Unterlagen der KFOR wird er unter anderem des Waffenschmuggels mit einflussreichen Kriminellen im Kosovo bezichtigt. Eine derart mafiose Regierung wie die des Ex-Premiers Nano war natürlich erpressbar. In einem BND-Report ist zu lesen: „Angeblich sollen die US-Nachrichtendienste ihre detaillieren Kenntnisse über die in Albanien stattfindende Geldwäsche als politisches Druckmittel gegen die albanische Regierung benutzen.“

Die Situation könnte sich jetzt durch den neuen albanischen Premierminister Sali Berisha radikal verändern. Er will, so erklärte er zumindest in der Öffentlichkeit, dafür sorgen, dass der verheerende Ruf seines Landes als krimineller Dreh -und Angelpunkt in Westeuropa beendet wird. Und in Tirana wird gemunkelt, dass Ex-Ministerpräsident Fatos Nano und seine Ehefrau deshalb bald mit einem Gerichtsverfahren zu rechnen haben.

Andererseits sind die kriminellen Strukturen ein einflussreicher Wirtschafts- und Machtfaktor in Albanien und Skeptiker fragen sich, ob der neue albanische Premierminister wirklich – abgesehen von verbalen Bekundungen – etwas gegen diese Strukturen unternehmen wird. Solche Perspektiven gibt es jedoch nicht im Kosovo. Hier gehen sowohl die KFOR wie die UNMIK davon aus, dass fast alle ehemaligen Führer der UCK (Kosovo-Befreiungsarmee) heute Teil der Organisierten Kriminalität (OK) geworden sind.

In als „geheim“ qualifizierten KFOR-Dossiers ist zu  lesen, dass aus einstigen militärischen Operationszonen kriminelle Operationszonen und aus den Ex-UCK-Kommandanten Mafiabosse wurden. Der Kosovo sei heute, so die KFOR, in drei Interessenzonen der kriminellen Klans aufgeteilt. Die Region Drenica werde von der so genannten „Drenica-Gruppe“ um die Politiker Hashim Thaci, Xhavit Haliti und Rexhep Selimi kontrolliert.

Die Gruppe arbeite eng mit Strukturen der Organisierten Kriminalität in Albanien, Mazedonien, Bulgarien und der Tschechischen Republik zusammen. Das Gebiet um Dukagjini hingegen soll unter anderen vom Ex-Premierminister Ramush Haradinaj beherrscht werden und die Region Llap von Rustem Mustafa, Spitzname Remi, der beim Drogenschmuggel wiederum eng mit Ramush Haradinaj kooperieren soll.

Brüderlicher Händedruck mit dem UN-Koordinator

Eine zentrale Schlüsselfigur im Kosovo ist zum Beispiel Hashim Thaci, Spitzname „Schlange“, der Vorsitzende der Demokratischen Partei Kosovos (PDK). Stolz präsentierten seine Freunde ein Foto von ihm. Das entstand am 21. September 1999, nachdem UN, NATO und Hashim Thaci als politischer Führer der UCK die Auflösung der UCK beschlossen hatten.

Das Foto zeigt ihn, freudig lächelnd, beim gemeinsamen brüderlichen Händedruck mit UN-Koordinator Bernard Kouchner, KFOR-General Sir Mike Jakson und NATO-Oberbefehlshaber General Wesley Clark. Bei den anstehenden Verhandlungen um die Klärung der Statusfrage des Kosovo sitzt er wieder mit am Tisch westlicher Politiker.


Hashim Thaci (links), KFOR                                                         Bild:dpa/PictureAlliance

Gleichzeitig dürfte er im Kosovo noch eine andere Rolle spielen. Seine vermuteten, aber juristisch nicht bewiesenen Verbindungen zu kriminellen Organisationen, das behauptet der BND, resultieren aus seinen Verbindungen zur Drencia-Gruppe. Außerdem sollen „direkte Kontakte zur tschechischen und albanischen Mafia bestanden haben.“ Seine Schwester sei zudem mit Sejdija Bajrush verheiratet, einem der Bosse der albanischen Mafia.

Mitte 2003 wurde Thaci, so der BND, kurzfristig, auf Grund eines internationalen Haftbefehls, in Ungarn festgenommen. Wenig später aber, auf Intervention eines bekannten ungarischen Geschäftsmanns, der sich im Treibstoffhandel im Gebiet Vojvodina engagiert, wieder freigelassen.

Als Hintergrund schreibt der BND in einem internen Bericht: „Die in Ungarn operierende Russenmafia soll der OK im Kosovo die Durchführung größerer Drogen-, Waffen und Warentransporte angeboten haben.“ Und er soll, so der BND, „im Zusammenhang mit umfangreichen Drogen- und Waffenhandelsgeschäften im Oktober 2003 in engem Kontakt zur Kelmendi-Familie“ gestanden haben, die bekanntlich auch in Deutschland und der Schweiz einen Stützpunkt aufgebaut hat.

Zeugen geraten in Lebensgefahr

Schwer ist es, diese Topleute durch gerichtsverwertbare Beweise für ihre Machenschaften zu belangen und der Justiz zu überstellen. Das ist in Deutschland bereits ein gewaltiges Problem.  Vor Gericht verwertbare Aussagen sind im Kosovo nicht zu erwarten. Die Zeugen und ihre Familien wären in Lebensgefahr.

Erst recht jedoch im Kosovo, wo weder regionale Regierungskreise noch die Exekutive aufgrund der eigenen Verwicklung ein Interesse an deren Bekämpfung haben. Hinzu kommt, dass mit gerichtsverwertbaren Aussagen gegen diese hochkarätigen Figuren im Kosovo nicht zu rechnen ist. Denn Zeugen würden sich oder ihre Familien mit einer Aussage in Lebensgefahr bringen.

Und es könnte bei einer Verhaftung der politisch-kriminellen Führungsfiguren erneut zu blutigen Unruhen kommen, wie einst im März 2004. Gebäude und Kirchen brennen, überforderte KFOR-Soldaten versuchen eine johlende und marodierende Menschenmenge in Schach zu halten, Schüsse und Handgranatenexplosionen - der Kosovo drohte im Frühjahr letzten Jahres wieder in einen blutigen Bürgerkrieg zu versinken.

Die Pogrome endeten am 21. März damit, dass nach offiziellen Angaben der KFOR (Kosovo Force) 28 Menschen ermordet, 1000 verletzt, 41 christliche Kirchen zerstört und dutzende Gebäude der UNMIK (UN-Übergangsverwaltung des Kosovo) schwer beschädigt wurden. War das alles spontan, Ausdruck einer schwelenden Empörung der Menschen, die weder Arbeit noch eine Zukunft haben?

Dokumente der im Kosovo stationierten KFOR und Nachrichtendienste belegen: Es gab einen Masterplan, an dem einflussreiche kriminelle Strippenzieher mitwirkten. Doch diese Erkenntnisse werden bis heute geheim gehalten.

In einem vertraulichen Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienst (BND), vom Februar 2005, steht zum Beispiel: „Anfang April 2004 wurde aus Sicherheitskreisen auf dem Balkan bekannt, dass die jüngsten Unruhen im Kosovo durch die Organisierte Kriminalität vorbereitet und in deren Auftrag durchgeführt worden sein sollen.

Mafiose Strukturen bei “März-Unruhen”

Mitglieder der albanischen (bzw. kosovarischen) und serbischen Mafia sollen parallel die Vorbereitungen auf beiden Seiten getroffen haben. Dabei soll die AKSH (Albanische Nationalarmee) nur als Handlanger der albanischen Mafia fungiert haben.“
Die AKSH gilt auch bei der KFOR als eine Organisation, der „hauptsächlich Kriminelle“ angehören.

Das die mafiosen Strukturen bei den „März-Unruhen“ eine entscheidende Rolle spielte, geht zudem aus einem Dokument der KFOR hervor. Demnach hätten „ehemalige UCK-Angehörige und kriminelle Machtstrukturen“ erheblichen Einfluss gehabt.

Diese Erkenntnisse bestätigen UN-Polizeibeamte in Pristina. Und sie beklagen sich, dass bis zum heutigen Tag nichts gegen diese kriminellen Strippenzieher unternommen wurde. Anfang Januar 2005 erklärte mir ein leitender Beamter der UN-Polizei in Pristina, Abteilung zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK): „Obwohl namhafte Personen, bis hin zum aktuellen Premierminister, hinter den Märzunruhen gesteckt haben und diese Unruhen von einer bekannten kriminellen Struktur vorbereitet wurden und dies zahlreichen Diensten bekannt war, wird nichts gegen diese Struktur übernommen.“

Und weiter: „Man will hier keine weitere Unruhe und die würde es geben, wenn man derzeit gegen den gewählten Premier Haradinaj OK-Ermittlungen führen würde.“ Tatsache ist, dass während der „Unruhen“ Großlieferungen (ganze Lastwagen) von Heroin und Kokain über die nicht kontrollierte Grenze geschmuggelt wurden, weil UN-Polizei wie die KFOR-Soldaten mit dem Eindämmen der Unruhen schon völlig überfordert waren.

Derweil hatte die rot-grüne Bundesregierung noch beschlossen, den Kosovo mit Wirtschaftshilfen in Höhe von 22,5 Millionen Euro zu unterstützen. Die Politiker im Kosovo, die so eng mit kriminellen Strukturen verbunden sind, dürften ob der Naivität deutscher Politiker jubeln. Aber ist es wirklich nur Naivität?

http://www.sicherheit-heute.de/politik/organisierte_kriminalitaet,182,Die_albanische_Mafia_in_Deutschland,news.htm 

Religiöser Fanatismus in Rumänien

28.02.2007 15:48 Uhr
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Religiöser Fanatismus in Rumänien
Heimgesucht vom Teufel - und von Ärzten
Eine junge Frau stirbt nach einer Exorzismus-Zeremonie. Dem Priester, der die Frau drei Tage ohne Essen fesselt, drohen 14 Jahre Haft - nun ist er verschwunden.
Von Kathrin Lauer

Teufelsaustreibung mit Todesfolge
Gericht schickt Pfarrer hinter Gitterweiter

Exorzismus
“Es war Gottes Wille, dass sie starb”weiter

Teufelsaustreibung
Böse Mächteweiter

Irgendwo hier, auf einem dieser üppig verschneiten Hügel in Nordostrumänien soll er sich verschanzt haben: Daniel Corogeanu, ein hagerer 31-Jähriger mit wallendem rotem Bart, der nun womöglich für 14 Jahre ins Gefängnis muss, weil er eine tödliche Exorzismus-Zeremonie zu verantworten hat.

Als orthodoxer Priester im Kloster zur Heiligen Dreifaltigkeit bei Tanacu hat Corogeanu zusammen mit drei Nonnen und der Äbtissin die 23-jährige psychisch kranke Novizin Irina Cornici zum Zweck der Teufelsaustreibung drei Tage lang ohne Ernährung in der Position einer Gekreuzigten an Holzlatten gefesselt gehalten und geknebelt. Die junge Frau sei an den Folgen der „illegalen Freiheitsberaubung“ gestorben, heißt es im Urteil des Gerichts in der Kreisstadt Vaslui.

Tod am Kreuz, Teufel im Leib. Mittelalter im neuen EU-Land Rumänien? Der Fall ist aufsehenerregend, auch wenn die Tatsachen darauf hindeuten, dass nicht nur ein fanatischer Priester den Tod dieser jungen Frau verschuldet hat. Auch ärztliches Versagen spielt eine Rolle.

Das Opfer Irina Cornici, aufgewachsen in einem jener berüchtigten rumänischen Horror-Waisenhäuser, war drei Monate vor ihrem Tod, im Frühjahr 2005, ins Kloster gekommen. Zuvor hatte sie jahrelang als Babysitter in Deutschland gejobbt.

Anfall nach dem Abendmahl

Am 9. April legte sie bei Corogeanu die Beichte ab und bekam daraufhin das heilige Abendmahl. Gleich danach hatte sie einen psychotischen Anfall. Schizophrenie, wie es später in ärztlichen Befunden heißen wird.

Exorzist, AFP

vergrößern Daniel Corogeanu, Priester eines Klosters in wurde wegen einer tödlichen Teufelsaustreibung verurteilt
Foto: AFP

Der Pfarrer interpretierte diesen Anfall als religiöses Phänomen. Er hatte in orthodoxen Lehrbüchern gelesen, dass jemand, der bei der Beichte nicht alle Sünden gesteht, aber nachher trotzdem die Hostie empfängt, vom Teufel heimgesucht werden könne. Dennoch brachte er Irina ins Krankenhaus nach Vaslui.

Dort bekam die Patientin zwei Wochen lang starke Psychopharmaka. Danach wurde sie entlassen. Die Ärzte, sagte Corogeanu aus, hätten gesagt, sie könnten nun für die Patientin nichts mehr tun. Er möge für sie beten. Dies sei der Grund, weshalb er bei Irinas zweitem Anfall im Juni keine Ärzte mehr gerufen habe.

„Wir wollten ihr helfen, mit Gebeten, mit Tränen, mit Fasten.“ Man habe sie an die Bretter gefesselt, weil sie um sich schlug, ihr den Mund geknebelt, weil sie unflätige Worte schrie. Drei Tage sei sie ohnmächtig geworden, als sie etwas zu essen bekam.

Corogeanu rief den Notarzt. Was sich dann im Krankenwagen abspielte, ist unklar. Die Notärztin sagte erst aus, sie habe der Patientin Adrenalin verabreicht. Erste gerichtsmedizinische Befunde sprachen von einer zu hohen Adrenalindosis als Todesursache. Später widerrief die Ärztin ihre Aussage und erklärte, die Patientin sei schon im Kloster gestorben. Das Strafverfahren gegen sie wurde eingestellt.

Nicht reif fürs Priesteramt?

Peinlich berührt entließ die orthodoxe Kirche Corogeanu aus dem geistlichen Stand. Er sei für das Priesteramt nicht reif gewesen, weil man ihn aus Personalnot ohne abgeschlossenes Theologiestudium zum Priester geweiht habe.

In Rumänien, wo das Glaubensleben nach seinem Schattendasein während des Kommunismus überschäumend wiedererwacht ist, schießen Klöster wie Pilze aus dem Boden, zumeist gestiftet von Neureichen. Die dazugehörigen Priester, Nonnen und Mönche muss man oft erst suchen. Viele frühere Waisenhaus-Kinder suchen aus Perspektivlosigkeit Zuflucht im mönchischen Stand.

Auch das Kloster Tanacu ist erst vor fünf Jahren entstanden, als Stiftung eines lokalen Geschäftsmannes. Corogeanu machte hier alsbald den Popen in den umliegenden Dörfern Konkurrenz. Denn er war kein normaler, verheirateter orthodoxer Pfarrer, sondern ein Mönchpriester - und damit als Inkarnation der Reinheit eine besondere Attraktion für alle, die sich sündig fühlten.

Besuch im Kloster Tanacu. Es ist der erste Sonntag der österlichen Fastenzeit. An der Wand des Naos, des Hauptraums der Kirche, kleben bedruckte Zettel mit aufgelisteten Verhaltensregeln: wo die Ikone in der Wohnung zu hängen habe, welche Berufe nicht gottgefällig sind - darunter Zuhälter und TV-Journalist -, dass Frauen an ihren „kritischen Tagen“ die Kirche nicht betreten sollen.

Dass man nicht für die eigene Gesundheit beten dürfe, sondern nur um die Kraft, eine Krankheit in Demut zu ertragen. Eine fundamentalistische Stimmung, die so gar nicht zum sonst gütigen orthodoxen Kosmos passt.

Hier in Tanacu wird die Besucherin als Fremde auf der Suche nach dem Exorzisten erkannt und von den alten Bäuerinnen eingekreist. ,,Alles Lüge‘‘, schreit eine aus zahnlosem Mund, ,,er war ein guter Pfarrer, er hat uns ein Kloster gebaut. Auf Bäumen hat er geschlafen, wie ein demütiger Bettler. Er hat uns gereinigt.‘‘

(SZ vom 01.03.2007)

Kosovo rich in cultural heritage - Der Kosovo ist reich an Kultur Gütern

Das ist ein grosses Potential, aber UN und NATO Leute, plünderten Antike Stätten und ebenso ist ein grosser Schaden entstanden, durch Unruhen und Progrome.

Kosovo rich in cultural heritage

14/12/2006

Although the issue is a hurdle in the status talks, Kosovo boasts a rich cultural heritage of Orthodox churches and monasteries — some of which are under the protection and patronage of UNESCO.

By Igor Jovanovic for Southeast European Times in Belgrade – 14/12/06
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The Visoki Decani Monastery made the UNESCO World Heritage List in 2004. [UNMIK]

A sticking point in the Kosovo status talks is that of cultural heritage between the Kosovo Albanians and the Serbs. During the seventh round of talks in July, the two-day meeting focused on the protection of religious and cultural heritage. The two sides remain deadlocked on a number of issues, including Serbia’s calls for protection zones around 39 Orthodox monasteries, churches and other sites.

The Serbs see the province as both the cradle of their state and their spirituality since the Middle Ages. Kosovo was once considered Serbia’s cultural centre. The Battle of Kosovo in 1389, when Serb nobles stood up to the Turks, is seen as one of the most important events in Serbian history, and inspired generations of Serbs who have fought for freedom through the centuries. After the battle, the Turks began their domination of Serbia that would last 500 years.

The Albanians, on the other hand, see themselves as the descendants of the Illyrians, a pre-Roman people that disintegrated in the 3rd century. This lineage leads the province’s majority population to say they are “the true autochthon population of the Balkans”.

However, there is no firm scientific evidence of this. Serbian historians say that Kosovo, when it was inhabited by Serb tribes around the 10th century, was mostly unpopulated. Kosovo’s many cultural monuments originated in the Middle Ages when Serbian ruler Stefan Nemanja (1166-1199) united the divided lands and laid the foundation for a prosperous medieval state. A flourish of creative and artistic expression that made its mark in Kosovo’s monuments dates from this period and lasted until the Battle of Kosovo in 1389, when the province came under Turkish rule.

Some of the most beautiful Byzantine architecture is found in present-day Kosovo, a crossroads of cultures, traditions and influences. Today Kosovo has a visible, rich array of Byzantine-style Orthodox churches and monasteries dating from the Middle Ages.

Some of the most important monuments are the Visoki Decani Orthodox monastery built in 1334, the Holy Virgin of Ljevis cathedral in Prizren, built in 1307, and the monastery of Gracanica dating from 1320. These monuments, inspired by Byzantine architecture, were built largely by the Western masters, featuring frescoes of impressive beauty with scenes from the Gospels, as well as selected portraits of Serb rulers of the time.

The synthesis of Western and Byzantine medieval traditions, of Romanesque architecture found in the expression of Serb-Byzantine fresco paintings, accounts for much of the richness of cultural heritage in Kosovo.

In recent years, the UN Educational, Scientific and Cultural Organisation’s World Heritage Committee has approved the addition of some of the monuments to its list, such as the Visoki Decani Monastery in 2004, making them part of the cultural heritage of all Kosovars.

Setimes

Albanischer Terrorist soll CIA-Mann sein

8.01.2007 / Ausland / Seite 1

Albanischer Terrorist soll CIA-Mann sein

Verhaftung in Wien. US-Regierung will Auslieferung an Montenegro verhindern

Von Jürgen Elsässer
»Top-Terrorist in Schwechat verhaftet« war am gestrigen Mittwoch der Aufmacher im österreichischen Boulevardblatt Kronen-Zeitung. Demnach wurde der 55jährige Albaner Dodu L. bereits am 8. Dezember 2006 auf dem Wiener Flughafen festgenommen, bevor er eine Maschine in seine Wahlheimat USA besteigen konnte. Gegen den »Kopf einer exjugoslawischen Terrorgruppe« (Krone) lag ein internationaler Haftbefehl vor, den Montenegro im September vergangenen Jahres beantragt hatte. Bis dato wartet der Verdächtige im niederösterreichischen Gefängnis Korneuburg auf seine Auslieferung an die kleine Balkanrepublik, was die US-Regierung jedoch »unbedingt verhindern will«. Grund: Die CIA soll »den Terroristen auf ihre Seite geholt und gegen Bezahlung als ›Maulwurf‹ benutzt haben«, so die Krone.

Der Haftbefehl gegen Dodu L. resultiert aus einer Razzia der montenegrinischen Polizei vom 9. September 2006. Eine schwerbewaffnete Sondereinheit nahm in deren Verlauf 14 Albaner fest und beschlagnahmten auch Maschinengewehre und Dynamit. Vier weitere Personen waren bereits abgetaucht, darunter Dodu L. Neben ihm besitzen noch vier weitere der insgesamt 18 Verdächtigen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Die montenegrinische Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, zusammen mit eingeschleusten Terroristen der Kosovo-Untergrundarmee UCK Anschläge geplant zu haben. Offensichtlich waren die Behörden in Sorge, daß diese bereits am Tag der Parlamentswahl am 10. September 2006 stattfinden könnten – deswegen die Razzia am Vorabend. Einige der Verhafteten kandidierten für Kommunalparlamente in der Region Tuzi, der Hochburg albanischer Parteien. Deren Stimmen hatten bei einem Referendum zur Abspaltung Montenegros von Serbien im Mai 2006 den Ausschlag gegeben. Seither drängen die Albaner, knapp zehn Prozent der Bevölkerung der Balkanrepublik, aber ihrerseits auf Separation. Der Verdacht, die aggressivsten Unruhestifter stünden auf der Gehaltsliste der CIA, war der Polizei offensichtlich schnell gekommen. Bereits beim Verhör hatten sie einen der Albaner als »amerikanischen Terroristen, … der unsere Kinder töten will« bezeichnet, klagte dieser später.

NATO Communication Zone West, COMMZ (W) bei Durres

Communication Zone (West)


Communication Zone West (General information).

Communication Zone West, COMMZ (W), is a subordinate command of the KFOR NATO-led international force maintaining stability in Kosovo and throughout the Balkans.
Although organized on 1 September 1999 as COMMZ (W), Italian Forces deployed from the original phase of this operation. During “ALLIED HARBOR”, an Italian Brigade (Task Force North) was under AFOR as early as April 1999 and deployed in its current location (Plepa Compound) near Durres.
COMMZ (W) maintains open access of the Lines of Communication (LOC) throughout Albania and along the Albanian/ Kosovo border supporting the mission of KFOR and Operation “JOINT GUARDIAN”.
COMMZ (W) operates under the immediate direction of KFOR (REAR) Headquarters.

Communication Zone West (Structure).

COMMZ (W) is composed of soldiers from six countries (Italy, Greece, Turkey, United States, France, Germany and Poland), with Italy as the leading nation. Moreover, a large contingent of Italian Forces that support COMMZ (W) headquarters and Italian Forces assigned to KFOR is based in Durres.
COMMZ (W) structure consists of the headquarters’ staff, a Combat Support Unit, an Italian Budget and Finance section, an Combat Service Support Unit including logistic support assets and a Field Hospital, an Infantry Regiment, a Greek Battalion, an Air Cavalry Tactical Group, a Carabinieri Company and a Turkish Platoon as Military Police.

http://www.nato.int/kfor/kfor/commz_west.htm 

Ismail Kadare: „Mafiöse Strukturen verhindern Annäherung an Europa“

27.01.2005

„Mafiöse Strukturen verhindern Annäherung an Europa“

Ismail Kadare, der in Paris lebende albanische Schriftsteller, kritisiert die gesellschaftlichen Zustände in Albanien und im Kosovo. Er warnt vor wachsendem Einfluss der Mafia.


DW-RADIO/Albanisch: Herr Kadare, Sie sind ein scharfer Beobachter und kritischer Mahner gegenüber der Entwicklung in Albanien und im Kosovo. In Albanien ist in den letzten Jahren die Korruption ein selbstverständlicher Teil des politischen Lebens geworden. Politiker, Medien und Öffentlichkeit reagieren darauf erschreckend gleichgültig. Wie erklären Sie sich das?

Ismail Kadare: Einer der größten Verluste, den Albanien erlitten hat, ist die Banalisierung des Schlechten. Das Schlechte ist so allgegenwärtig geworden, dass die Öffentlichkeit abgestumpft ist. Das ist ein Sieg des Schlechten, wenn es keine Alarmsignale mehr ausstrahlt, wenn es kein Echo mehr hervorruft. Im totalitären Regime war das so mit der Heuchelei, dass sie banalisiert worden war. Alle wussten es, dass von morgens bis abends gelogen wurde, die Presse, die Politiker und auch das Volk erwiderten eine Lüge mit der nächsten. Das ist ein für Diktaturen typisches Spiel. Leider hat aber auch die Demokratie ihre eigenen Spiele, in diesem Fall die Banalisierung des Schlechten, die Verkehrung des Schlechten in eine Norm, mit der wir leben können. Das ist einer der größten Verluste für ein Volk. Die Idee, dass wir ohne Moral leben können, ist gefährlich. Hoffen wir, dass wir etwas dagegen tun, um diese Phase so schnell wie möglich zu überwinden. Denn sie hat auch mit Korruption zu tun und Korruption ist etwas, dass die Sicherheit eines Landes gefährdet.

Wer ist schuld an dieser Entwicklung?

Es gibt viele Faktoren, die langsam entstehen und in der Summe zu einem moralischen Verfall führen. In Albanien gibt es leider einen Mangel an Verantwortungsgefühl, und das gleiche gilt auch für Kosovo. Das Entscheidende wird oft übersehen. Es gibt immer eine organisierte, eine planmäßige, Verwirrung der Meinungen in beiden Ländern. Für Kosovo würde ich sagen, dass es in letzter Zeit den Versuch gibt, eine Abkühlung zwischen Kosovo und dem Westen zu erzeugen. Es gibt Menschen und Strukturen, die daran Interesse haben.

Wer sind diese Kreise?

Es gibt sie innerhalb und außerhalb Kosovos. Sie sind miteinander verbunden. Sicherlich ist die politische Grundstimmung in Serbien, dass Kosovo seine große Chance verliert, die darin bestand, dass es die Symphatie des Westens genoss. Ziel ist, dass Kosovo seine Verbindungen verliert und dass diese möglichst sogar in Feindschaft umschlagen. Serbien ist aktiv, auch über seine Leute im Kosovo. Wer sind diese Leute? Das sind, erlauben Sie mir diese Phrase, auch Albaner, die nicht bei Sinnen sind oder Leute, die gekauft sind. Diese sind Teil der öffentlichen Meinung, in der Politik, Teil der kosovarischen Mafia. Marx hat einen Satz gesagt, der zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist: “Kommunisten haben kein Heimatland.” Heute kann man sagen: Mafiosi haben kein Heimatland. Die serbischen, montenegrinischen und albanischen Mafiastrukturen arbeiten skrupellos zusammen. Von der Seite sind sie geradezu “modern”. Ihnen gefällt diese Zusammenarbeit als eine Art der Besetzung und deshalb sind sie ganz sicher nicht daran interessiert, dass Kosovo nach Europa kommt und sich dem Westen annähert. Das gleiche gilt für Albanien. Da gibt es nur einen Unterschied: Dort handelt es sich um alte ‚Enveristen’, eingeschworene Kommunisten, die als Basis ihrer Ideologie, sozusagen in ihrer Psyche angelegt, geradezu genetisch, einen Hass gegenüber dem Westen haben. Und die träumen weiterhin davon, den Hass zwischen Albanien und dem Westen wieder zu beleben. Auch in Albanien wollen die Mafiakreise keine Annäherung an den Westen. Sie sagen das nicht offen, keiner nennt in Albanien offen seine Feindschaft gegenüber Amerika und Europa, denn das hätte katastrophale Folgen, sowohl für die Politiker, wie für die Mafiosi und die Geschäftsleute, die mit der organisierten Kriminalität verbunden sind. Aber die sind objektiv sehr daran interessiert, dass Europa nicht nach Albanien kommt und sie tun alles dafür, dass es nicht dazu kommt.

Sie haben die negativen Phänomene beschrieben. Gibt es nicht auch andere Tendenzen bei den Albanern?

Ja, die Albaner haben zwei sichere Embleme, die beweisen, dass sie nicht nur so sind, wie sie oft dargestellt werden: Mutter Teresa und Skenderbeg. Die Albaner müssen ihren Humanismus der Propaganda entgegenstellen, die sie als wild darstellt und ihre Untugenden betont. Deshalb müssen wir es schaffen, auch das Gute und Wahrhaftige, was wir haben, deutlich zu machen, - ohne zu protzen, wie wir es normalerweise tun. Das wäre ein wertvoller Tropfen, der sich vermehren müsste und ein neues Wertesystem auf dem Balkan schaffen könnte. Es ist das Gefühl der Freundschaft, das zwischen den Balkanvölkern kultiviert werden muss. Es gab viel Feindschaft auf dem Balkan. Aber vielfach wird diese übertrieben dargestellt, durch eine bestimmte Propaganda und als eine Art Eigenart der Region dargestellt. Das ist nicht wahr. Wir als Balkanvölker müssen uns gemeinsam dagegen wehren, auch wenn wir manchmal die Messer gegeneinander gewetzt haben. Aber wir sollten gemeinsam an unserem Image arbeiten, denn wir sind alle Teil des gemeinsamen großen Hauses, das Balkanhalbinsel heißt. Ich betone immer, dass wir in Freundschaft mit den anderen Balkanvölkern leben sollen, natürlich unter Beachtung der großen Grundsätze, die die wichtigsten sind: der Freiheit und der Demokratie.

Das Interview führte Mimoza Cika-Kelmendi,

 DW-RADIO/Albanisch, 21.1.2005,
Fokus Ost-Südost

PIC steering board extends OHR mandate

PIC steering board extends OHR mandate

28/02/2007

The mandate of the Office of the High Representative in Bosnia and Herzegovina (BiH) has been extended due to the still potentially volatile situation in the country.

By Antonio Prlenda for Southeast European Times in Sarajevo – 28/02/07

photoHigh Representative Christian Schwarz-Schilling (left) and BiH Prime Minister Nikola Spiric speak with the press after the Peace Implementation Council meeting at EU headquarters in Brussels on Tuesday (February 27th). [Getty Images]

The Steering Board of the Peace Implementation Council (PIC), which reviews Bosnia and Herzegovina’s (BiH) stabilisation, decided on Tuesday (February 27th) to extend the mandate of the Office of the High Representative (OHR) by one year, until the end of June 2008.

Finishing its two-day session, which all three members of the BiH presidency and the BiH prime minister attended, the PIC Steering Board decided against confirming the OHR closure, as planned, this summer.

“In line with the general consensus of PIC Steering Board members, OHR closure is projected by 30 June 2008. The PIC Steering Board agreed to review the situation at its meetings in October 2007 and February 2008,” said the Board’s communiqué.

The Steering Board members are Canada, France, Germany, Italy, Japan, Russia, the United Kingdom, the United States, the EU presidency, the European Commission, and the Organisation of the Islamic Conference (OIC), which is represented by Turkey.

“The situation in the region is still potentially unstable,” said High Representative Christian Schwarz-Schilling after the session. “That is why the decision on further staying of OHR in BiH is the most reasonable and responsible.”

According to the communiqué, transition remains the OHR’s goal. The Board reaffirmed that it is in the interest of all for BiH to take full responsibility for its own affairs, as the policy of ownership remains the guiding principle.

“The Board welcomes the fact that political parties have now engaged in talks on the basis of the Police Reform Directorate report,” said the communiqué.” The PIC Steering Board expects the state and entity governments to reach an agreement on the report, together with the proposed Agreement on Implementation and Timelines, before mid-March. ” Limited changes to the report are possible.

The document continues, “There is no time to negotiate a new police concept. Missing the March deadlines could result in significant delays in the signing of a Stabilisation and Association Agreement with the EU.”

The Board called on BiH authorities, especially in Republika Srpska (RS), to renew efforts to co-operate fully with the UN war crimes tribunal, including playing a proactive role in apprehending all indicted war criminals, notably Radovan Karadzic and Ratko Mladic. It also urged the BiH government to proceed with the process of constitutional reform, especially the reform package.

“Early adoption of the package would constitute a positive first step and basis on which to establish a broader process by mid-2007 that would help BiH meet the requirements of a modern European state,” said the communiqué.

According to BiH Presidency Chairman Nebojsa Radmanovic, the three-member Presidency did not reach a consensus on the future of the OHR.

“Haris Silajdzic and Zeljko Komsic supported the idea of OHR’s prolonged mandate,” he said. “However, I stressed that OHR has to be terminated, and to allow that international community have only advisory role in BiH.”

http://setimes.com/cocoon/setimes/xhtml/en_GB/features/setimes/features/2007/02/28/feature-01 

Bla, Bla, Bla!

Parlament beschloss Untersuchungen gegen Basescu

28.2.07

Parlament beschloss Untersuchungen gegen Basescu

Klare Front gegen Staatspräsidenten: Referendum zur Amtsenthebung angestrebt

Bukarest - Das rumänische Parlament hat am Mittwoch mit großer Mehrheit die Einsetzung eines Ausschusses zur Untersuchung der Aktivitäten von Staatspräsident Traian Basescu beschlossen. Ziel ist es, Argumente zu sammeln, auf deren Basis das Parlament ein Referendum zur Amtsenthebung Basescus beschließen kann. Spätestens am 21. März muss dieser Ausschuss seinen Bericht vorlegen. Danach wird erwartet, dass das Parlament über das Amtsenthebungs-Referendum entscheidet.Die sozialistische Oppositionspartei PSD hatte ein solches Referendum beantragt. Die PSD wirft Basescu vor, die rumänische Innenpolitik durch ständige Rücktrittsforderungen an den Ministerpräsidenten Calin Popescu Tariceanu zu destabilisieren und sich in rechtswidriger Weise für einzelne Unternehmen eingesetzt zu haben.

Front

Eine klare Front gegen Basescu im Parlament setzt sich aus der sozialistischen PSD, der ultra-nationalistischen Partei Romania Mare (Großrumänien) und der bis zum vergangenen Herbst noch mitregierenden kleinen Konservativen Partei (PC) zusammen. Auch die Nationalliberale Partei (PNL) von Premier Tariceanu schloss sich der Kritik an Basescu an. Sie stimmte jetzt zwar für den Untersuchungsausschuss, ist aber gegen eine Amtsenthebung.

In Rumänien wird der Staatspräsident direkt gewählt und ist formell parteilos. Er kann vor Ende seines fünfjährigen Mandats nur durch ein Referendum abgesetzt werden, wenn das Parlament dies beschließt. Basescu ist laut Umfragen der populärste Politiker im Land. (APA/dpa)