Wie der Kosovo von einer Deutschen Politiker Mafia geplündert wird

Es ist doch einfach nicht zu fassen.
Systematisch werden alle Unternehmen im Kosovo in westlichen Besitz überführt. Ohne auch nur bei den Eigentümern, also der serbischen Regierung, um Erlaubnis zu fragen. Raub, Enteignungen also im größtmöglichen Stil – unter UN-Verwaltung.

Zitat:
Diskriminierung

Im Kosovo schafft ein langjähriger Mitarbeiter des Auswärtigen Amts inzwischen Fakten. Joachim Rücker ist seit Anfang 2005 im Auftrag der Vereinten Nationen für die kosovarische Wirtschaft zuständig und hat im Sommer die Gesamtleitung der UN-Verwaltung in Pristina übernommen.[10] Unter seiner Verantwortung werden Unternehmen in der südserbischen Provinz systematisch an ausländische Investoren verkauft – ohne Einwilligung der dafür zuständigen Belgrader Regierung. Wie ein Vertreter der serbischsprachigen Bevölkerung des Kosovo erklärt, ist „von 190 privatisierten Unternehmen im Kosovo kein einziges im Besitz eines Serben“. Die „ökonomische Diskriminierung von Serben und in serbischem Besitz befindlichen Unternehmen“ sei maßgeblich von Rücker veranlasst worden.[11] Mit dessen Genehmigung sind kürzlich die kosovarischen Mobilfunk-Antennen der Telekom Srbija (Belgrad) abmontiert worden – ohne gesetzliche Grundlage und ebenfalls gegen den Willen der serbischen Regierung. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, strebt die Telekom Austria eine Handy-Lizenz im Kosovo an.


http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/56656?PHPSESSID=1dg18ppp40cni1hga37qjs9kb2

Der Typ, unter dessen Beaufsichtigung diese schwerstkriminellen Delikte durchgeführt werden, ist übrigens seit 1971 Mitglied der SPD. Bei dieser Laikaienband verwundert wirklich nichts mehr.

Lest mal diesen wirklich guten Artikel durch. Der ist wirklich Klasse und das Beste was ich seit langem gelesen habe.

Der absolute Witz, wie die Milliarden verpulvert werden, für eine reine Show und mehr nicht.

23.01.2007 / Thema / Seite 10
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Rigorose Landnahme
Kosovo heute: Politischer Alltag unter dem Kolonialregime. Teil I: Westliche Staaten und unzählige NGOs agieren mit größter Machtfülle in der serbischen Provinz
Von Hannes Hofbauer, Pristina
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»Demokratisierung« von außen
Wie unumschränkt UNMIK und KFOR (Kosovo Force – Kosovo-Streitkräfte) auf dem Territorium der ehemaligen serbischen Provinz herrschen, zeigt sich nicht nur in der Machtfülle des Missionschefs, der de jure sämtliche Vollmachten eines autokratischen Herrschers innehat, sondern auch, derselben Logik entsprechend, an der Ohnmacht der kosovarischen Politiker – und das auch im täglichen politischen Geschäft. So verfügt z.B. der kosovarische Minister für Energie und Bergbau über keinerlei Kompetenzen, etwa den monopolistischen Energieversorger »KEK« oder das riesige Bergwerk in Trepca betreffend. Der Transportminister darf sich nicht um den einzigen Flughafen des Landes kümmern. Der Justizminister hat keinen Einfluß auf Polizei und Gerichtswesen. Die örtliche politische Klasse ist dazu verdammt, Tätigkeit zu simulieren, ohne selbst Kompetenz zugesprochen zu bekommen.

Die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) ist mit zirka 850 Angestellten vor Ort. Im Rahmen der Gesamtverwaltung wurde ihr die sogenannte dritte der vier Säulen beim Aufbau des Kosovo übertragen. Sie ist zuständig für »Demokratisierung« und auch für »institution building«, wozu der Aufbau einer lokalen Polizei gehört. Die drei anderen Säulen sind das Justizwesen, die zivile Verwaltung und die wirtschaftliche Entwicklung.

Die ganze Verwaltung des Kosovo krankt an einem strukturellen Defekt: Exekutive und Legislative kommen von außen, beide noch dazu von unterschiedlichen Stellen. Dazwischen sucht die kosovarische Elite verzweifelt ihren Platz. Nehmen wir zum Beispiel die Polizei. Kein Parlament hat seit 1999 darüber befunden, wie der Aufbau dieses wichtigen Teils der Gesellschaft zu geschehen habe. Der UN-Missionsleiter übergab, wie anzunehmen ist, mit Zustimmung des NATO-Hauptquartiers, der OSZE die Befugnisse für Aufbau und Ausbildung einer Polizeitruppe. »Erstmals in der Geschichte der UNO haben internationale Polizeieinheiten im Kosovo Exekutivgewalt von sich aus ausgeübt«, bemerkt der für das österreichische Polizeikontingent zuständige Oberst Berthold Hubegger zu den Anfängen der UNMIK-Verwaltung im Kosovo. Seither wurde viel Geld in die Ausbildung inländischer Polizisten gesteckt. Über 8000 Anwärter haben in der Zwischenzeit die Trainingscamps durchlaufen. Anfangs kamen die Hälfte von ihnen direkt aus den Reihen der UCK (»Ushtria Çlirimtare e Kosovës« – »Befreiungsarmee des Kosovo«). OSZE-Sprecher Sven Lindholm vermerkt, daß Ende 2006 noch ein Viertel der Auszubildenden einen UCK-Hintergrund haben. Nach acht bis 20 Wochen ist man Polizist. Daß eine Ausbildung, vorbei an der kosovarischen Legislative, überhaupt sinnvoll sein soll, beantwortet Oberst Hubegger aus dem österreichischen Innenministerium mit der Feststellung: »Als Österreicher gehen wir relativ unbedarft in solche Einsätze, weil wir keinen Rucksack eigener Interessen mit uns tragen.« Welche Interessen in US-amerikanischen oder deutschen Trainingsprogrammen zusammenkommen, darauf gibt der Oberst freilich keine Antwort.

Ganz andere Probleme bei der Rekrutierung zum Polizisten schildert ein einfacher Mann aus Prishtine: Nachdem er die Aufnahmeprüfung bestanden hatte, scheiterte sein Einstieg beim Kosovo Police Service (KPS) an den 1000 Euro, die sein Vorgesetzter, Kosovare wie er, als Bakschisch verlangt hatte. Freilich hätte er den Betrag, der etwa vier Monatslöhnen entspricht, aufbringen können, immerhin arbeitet sein Bruder als Staplerfahrer in Duisburg. Aber er wollte einfach nicht in korrupte Machenschaften verwickelt werden.
NATO- und UN-Kommando
Camp Bondsteel nahe Urosevac/Ferizaj im Südosten der Provinz: [img]http://www.jungewelt.de/serveImage.php?id=4741&ext=.jpg[/img]
Camp Bondsteel nahe Urosevac/Ferizaj im Südosten der Provinz: die größte Militärbasis der USA in Europa
Foto: www.usace.mil
Erstmals hat der österreichische Schriftsteller Peter Handke die Kaste der Neo-Internationalen beschrieben, die im höheren imperialen Auftrag seit dem Ende des Kalten Krieges Gesellschaften mitten in Europa kontrollieren, lokale wie nationale Politik bestimmen und ökonomische Interessen global agierender Konzerne durchsetzen. Er tat dies in seinem Bühnenstück »Die Fahrt im Einbaum«. Darin setzt sich der mutmaßlich wegen ebensolcher Kritik verhinderte Literaturnobelpreisträger mit den Folgen des Einmarsches von Medien- und anderen internationalen Vertretern in Bosnien-Herzegowina auseinander.

International im Wortsinn ist freilich nicht einmal ihre Zusammensetzung, vielmehr arbeiten militärische und zivile Verwaltungen, die unter NATO- oder UN-Ägide agieren, weniger zwischenstaatlich als vielmehr nebeneinander. Einzig ein gemeinsames Oberkommando verbindet jeweils die von nationalen Stellen in Washington, allerlei EU-Hauptstädten, Ankara, Delhi, Karatschi und sonstwo rekrutierten Soldaten oder zivilen Helfer. Sie kommen, weil es im Kosovo doppelt so hohe Gehälter gibt wie zu Hause, beste Karrieremöglichkeiten und steuerfreies Einkommen. »Ihre Auslagen sind gering und ihre Verantwortung noch viel geringer«, bringt es Albin Kurti von der Bürgerinitiative »Selbstbestimmung« auf den Punkt. Weil dem so ist, fügt er sarkastisch hinzu, sollte man die Internationalen nach ihrer Heimkehr isolieren, »weil sie Privilegien so gewohnt sind, daß sie in ihren eigenen Gesellschaften noch Schaden anrichten könnten«. Weniger radikal, aber in der Substanz ebenso treffend, faßt der bekannte Philosoph Shkelzen Maliqi aus Pristina die Meinung vieler seiner Landsleute zusammen: »Alle diese Verwalter von außen sind wie ein eigenes Volk. Sie touren von Land zu Land, immer dorthin, wo es viel zu verdienen gibt. Zivile Menschenrechte sind ihnen ein Vorwand für ihr eigenes Fund-Raising. Ihre Expertise erschöpft sich im hohen Einkommen. Im Kosovo ist daraus eine ganze Industrie geworden.«

Die vorgebliche Risikolosigkeit ihrer Entscheidungen dient in erster Linie zur Verlängerung ihres Aufenthalts und erhöht damit indirekt die Kosten, die in anderer Form auf die kosovarische Bevölkerung abgewälzt werden. Längst hat man im Kosovo für die großteils in Westeuropa und Nordamerika überproduzierte technische und soziale Intelligenz, deren zweite und dritte Reihe nun ihren Dienst in den Kolonien versieht, verschiedene Spitznamen parat: »Domestic internationals« werden sie genannt, oder – im Falle der ungezählten NGO, die sich vor Ort tummeln– »MANGO«, das als Abkürzung für Mafia-NGO steht. 4000 von ihnen sollen im Kosovo bereits ihr Glück versucht haben.

Je nach Quelle sind drei bis vier Milliarden Euro in den Jahren seit der Machtübernahme durch die UNMIK von außen in die zivile Verwaltung des Kosovo gepumpt worden; zur Entwicklung lokaler Strukturen hat das Geld nicht beigetragen. »Die Internationalen füttern sich selbst mit ihrer Hilfe« oder »Sie essen ihr eigenes Geld« sind die Redensarten in Pristina.
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Weil Rußland die UNMIK-Papiere kosovarischer Bürger nicht anerkennt, mußte Ceku einen albanischen Paß benutzen,
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Dr. Hannes Hofbauer ist Historiker und Publizist aus Wien. Er bereist seit Jahren die osteuropäischen Länder

http://www.jungewelt.de/2007/01-23/019.php
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